Speyer Kommt ein Vogel geflogen

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Die Sonne hat am Dienstagmorgen vom Himmel gebrannt, die Teilnehmer der diesjährigen Naturschutzgebietsbereisung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd wurden von einer Nachtigall begrüßt. Fröhlich zwitscherte sie ihr Lied und machte auch gleich klar, warum die 13 Hektar großen Woogwiesen zwischen Harthausen und Dudenhofen 1985 unter Naturschutz gestellt worden sind. „Es ging vor allem um den Schutz der Vögel“, sagte Petra Jörns, Biotopbetreuerin des Rhein-Pfalz-Kreises.

Immer wieder griffen die Teilnehmer der kleinen Wanderung zu ihren Ferngläsern, um die Vögel zu beobachten, die über den Wiesen kreisten. Jörns stellte den Bewirtschaftungsplanentwurf für das Naturschutzgebiet, das auch ein Vogelschutzgebiet ist, vor. Am Ostende der Woogwiesen soll dem Plan zufolge wieder ein feuchtes Schilfröhricht-Gebiet entstehen. Dort fühlten sich nämlich sowohl das Blaukehlchen als auch die Rohrweihe wohl. Weil das Grundwasser aber so weit abgesunken ist, wurde es für die Vögel zu trocken. „Von eine Wiedervernässung könnte auch die Wasserralle profitieren“, sagte Jörns. Die Wasserralle hat einen kurzen Schwanz und einen leicht nach unten gebogenen, rötlichen Schnabel. In den Bachauen westlich von Dudenhofen brütet der Neuntöter, am Waldrand der Wendehals. In den offenen, sandigen Flächen bei Dudenhofen findet der Wiedehopf Nahrung, der hier aber nur noch sporadisch brütet. Ziel des Bewirtschaftungsplans der SGD Süd ist es, dass dieses Gebiet erhalten bleibt. Hecken und Feldgehölze sollen als Brutstätten für Neuntöter dienen, Wiedehopf und Wendehals außerdem Nahrung finden können. Auch die Altbäume mit Höhlen sollen als Brutstätten für Wendehals und Wiedehopf geschützt werden. „Ein Problem der Woogwiesen ist die kleinparzellierte Nutzung“, sagte Jörns. Das Gebiet sei aufgeteilt in viele kleine Felder und Wiesen, von denen die meisten im Privateigentum seien. „Die ordnungsgemäße Ausführung von Landwirtschaft ist auch im Naturschutzgebiet erlaubt“, sagte Jörns. „Und es darf auch gedüngt werden.“ In den Woogwiesen wachsen zum Beispiel Spargel, Mais und Rhabarber. Jörns würde sich freuen, wenn sich noch mehr Landwirte um einen Platz im Förderprogramm zur Entwicklung von Umwelt, Landwirtschaft und Landschaft (EULLa) bewerben würden. „Dann gibt es Fördergelder dafür, dass man die Felder extensiv, also ohne Dünger bewirtschaftet“, sagte Jörns. Willi Aures vom Natur- und Vogelschutzverein Dudenhofen pflichtete ihr bei: „Ich habe beobachtet, dass von den Feldern auf dem Gebiet unkontrolliert Wasser mit Düngerresten in den Bach einläuft, das muss aufhören.“ Biotopbetreuerin Jörns sagte: „Wir haben leider keinen Zugriff auf die Felder, können nur appellieren.“ (seed)

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