Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Kohl-Büste: Neues Denkmal sorgt für gerührte Gesichter

Mit Blick zu „seinem“ Dom: neue Helmut-Kohl-Büste.
Mit Blick zu »seinem« Dom: neue Helmut-Kohl-Büste.

Helmut Kohls Blick führt zu „seinem“ Dom. Mit der vom Speyerer Künstler Wolf Spitzer geschaffenen Büste hat die Europäische Stiftung Kaiserdom dem Altbundeskanzler ein Geschenk zum 92. Geburtstag gemacht. Das Denkmal wurde am Sonntag vor viel Prominenz im südlichen Domgarten enthüllt. Die Meinungen dazu vor Ort fielen einhellig aus.

„Die Achse zum Weltkulturerbe ist geschaffen.“ So erklärte Künstler Wolf Spitzer nach einer Messe im Dom seine Absicht, die Verdienste „dieser vielschichtigen Persönlichkeit“ um die deutsche Einheit und um Europa darzustellen. Die Bronzebüste auf rotem Sandsteinsockel des 2017 verstorbenen CDU-Politikers solle jetzt und in Zukunft zum Einsatz für Demokratie aufrufen.

„Gut und angemessen“ sei das Denkmal, sagte Ministerpräsident a.D. Kurt Beck (SPD), der Nachfolger Kohls als Vorsitzender des Stiftungskuratoriums für den Dom, der RHEINPFALZ. In Zeiten wie diesen an die Bedeutung europäischen Zusammenhalts zu erinnern, halte er für unerlässlich, betonte Beck. Öffentlich dankte er Susanne und Willi Kuhn (Jockgrim), deren Großzügigkeit die Erstellung und Enthüllung der Büste erst ermöglicht hätten, und dem Künstler für seinen gelungenen Versuch, den Menschen Kohl in allen Facetten zu präsentieren.

Oberbürgermeisterin differenziert

Oberbürgermeisterin und Stiftungsrätin Stefanie Seiler (SPD) würdigte Kohls unermüdliches Engagement für den Dom. „Die Büste des Stiftungsgründers passt gut an den Standort“, betonte sie und plädierte dafür, zwischen politischer Diskussion um den Altkanzler und seinen Verdiensten um Speyer und den Dom zu differenzieren.

„Aus Ehre, Respekt und Hochachtung“ für Kohl sei sie der Einladung nach Speyer gefolgt, erklärte die frühere CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner. Sie betonte: „Über den Tod hinaus Menschen zu würdigen, sagt viel über die aus, die noch leben.“

Für CDU-Landtagsmitglied Michael Wagner und Axel Wilke, Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, ist mit der Enthüllung der Büste ein langgehegter Traum in Erfüllung gegangen. Sie werte den Dom als Symbol für die Einheit Europas weiter auf, betonte Wagner. CDU-Stadtrat Frank Hoffmann erinnerte sich an seine erste Begegnung mit Kohl als 15-Jähriger: „Er war der Grund, in die Partei einzutreten.“ Parteifreundin Rosemarie Keller-Mehlem betonte Kohls Verknüpfung seiner internationalen Kontakte mit Speyer zum Vorteil von Stadt und Dom.

„Gut, dass er auf den Dom blickt“

Ihn verbinde mit Kohl die gemeinsame Liebe zum Dom „als Mahnmal der weltweiten Einheit der Christenheit“, so Domkustos Christoph Kohl. „Es ist gut, dass er auf den Dom blickt und der Dom zu ihm.“

Sie freue sich über die Würdigung der Lebensleistung ihres Mannes, sei in die Vorbereitungen nicht eingebunden gewesen, aber zur Enthüllung eingeladen worden, informierte Maike Kohl-Richter. Die Witwe Kohls bat um Verständnis dafür, dass sie am Geburtstag ihres Mannes andere Pläne habe als an der Feierstunde in Speyer teilzunehmen.

92. Geburtstag: Blumen am Kohl-Grab, links von CDU-Chef Friedrich Merz.
92. Geburtstag: Blumen am Kohl-Grab, links von CDU-Chef Friedrich Merz.
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