Speyer Kleine Menschen aus Pappmaché

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Marion Melber-Klein wird in der kommenden Woche mit einer Tänzerin, einem verliebten Paar, einem balancierenden Mann und vielen weiteren kleinen Menschen aus Pappmaché nach Dudenhofen fahren. Die Mechtersheimerin ist zum ersten Mal bei den Kreativtagen in der Festhalle dabei und ja, sie ist schon seit Tagen aufgeregt.

Als Künstler weiß man ja nie, wie die Werke ankommen, denen man in vielen Stunden im Keller Leben eingehaucht hat. Die 49-jährige Marion Melber-Klein sagt mit Blick auf die Dudenhofener Kreativtage: „Für mich wär’s einfach schön, wenn die Leute sagen: Ach, das ist toll.“ Freuen würde sich die Mechtersheimerin auch, wenn ihr angeboten würde, anderswo (in einem Geschäft beispielsweise) auszustellen. Im Moment stehen einige ihrer Werke im Musikladen Rentschler in Heiligenstein, dort gehört Melber-Klein zum Team. Wie viele Figuren Marion Melber-Klein im Laufe der Jahre schon gemacht hat, weiß sie gar nicht. Wenn sie Geschenke für Freunde oder Verwandte macht, stellt sie sich immer die Person vor, die sie beschenken will, erzählt sie. So ist die blonde Sonnenanbeterin aus Pappmaché, die die Arme der Sonne entgegen streckt, im richtigen Leben eine blonde Verwandte, die den Sonnenschein liebt. Das Grundgerüst der 30, 40, 50 Zentimeter hohen Figuren besteht aus einem Drahtgestell, der Körper ist aus Pappmaché – ganz klein gehäckseltes Papier, das mit Wasser, Holzleim und Kleister angemacht wird. Nachdem Melber-Klein die Masse mit ihren Händen geformt und geschliffen hat, werden die Figuren mit Acrylfarben bemalt. Manche Figuren bekommen noch Kleidung aus Stoff. Sie alle stehen auf festem Grund aus Holz oder Stein und sind überraschend leicht. Marion Melber-Klein malt, dichtet, bastelt seit ihrer Kindheit. Sie muss mit den Händen arbeiten, hat schon an mehreren Workshops teilgenommen – und mochte auch im Innenarchitektur-Studium den Modellbau am liebsten. Die 49-Jährige, die in Lingenfeld aufgewachsen ist, sagt: „Andere meditieren, das brauche ich nicht.“ Wenn sie im Keller sitze und an den Figuren arbeite, dann ist sie in einer anderen Welt: „Ich komme nicht zu den Ideen. Die Ideen kommen zu mir.“ Und dann ist es ja auch so, dass oft etwas anderes rauskommt, als man zuerst denkt, berichtet die verheiratete Mutter dreier Mädchen (27, 26, 18 – „Schreiben Sie: Super-Mädels“). Melber-Klein besucht viele Ausstellungen, auch die Kreativtage kennt sie. „Viele Leute haben gesagt: Du musst auch mal ausstellen“, erzählt sie. Gesagt, getan. „Und jetzt stelle ich einfach mal aus und gucke, wie die Resonanz ist.“ (snr)

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