Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Kiosk im Hess-Park: Paketwagen der Post sorgen für Ärger

Da geht die Post ab: In Kiosk und Post-Shop am Hess-Park herrscht viel Betrieb.
Da geht die Post ab: In Kiosk und Post-Shop am Hess-Park herrscht viel Betrieb.

Um den Betrieb des Kiosk mit Poststelle an der Melchior-Hess-Anlage ist erneut Streit entbrannt. Anwohner beschweren sich über Rollwagen für Pakete, die im Weg stehen. Pächter Bernd Notheis sieht sich von der Post im Stich gelassen. Der Logistik-Konzern verspricht Abhilfe – die Frage ist: Wann?

Eigentlich kann Bernd Notheis nicht klagen. Seit er Mitte Juli vergangenen Jahres das Kiosk an der Melchior-Hess-Anlage am Südrand der Innenstadt wiedereröffnet hat, brummt der Laden. Vor allem, weil Notheis einen Shop mit Postdienstleistungen in sein „Berni’s“ integrierte. Von 200 bis 500 Paketen spricht er, die täglich über seine Ladentheke gehen. Besonders in den Zeiten, in denen die Hauptpost in der Wormser Straße unter anderem wegen Personalmangels immer wieder geschlossen hatte, war der Verkaufsraum an der Lindenstraße die Hauptanlaufstelle für Postkunden im Speyerer Süden. „Die Leute kommen sogar aus dem Umland“, sagt Notheis.

Alles gut also? Offenbar nicht, das „Berni’s“ droht, ein Opfer des eigenen Erfolgs zu werden. Denn wo viele Pakete umgeschlagen werden, da wird auch viel Stauraum benötigt. Und vor allem braucht es viele Transportbehälter, um der Sendungsflut Herr zu werden. Bis zu 20 Rollwagen für Pakete würden sich zeitweise bei ihm ansammeln, klagt Notheis. Unterbringen könne er in seinem Lager jedoch nur vier, auf seinem Gelände vielleicht sechs. Die Folge: Ein beträchtlicher Teil des rollenden Materials steht vor der Tür oder im Eingangsbereich des angrenzenden Parks.

Streitobjekte: Rollwagen für Pakete stehen neben dem Kiosk auf einem Fußweg.
Streitobjekte: Rollwagen für Pakete stehen neben dem Kiosk auf einem Fußweg.

Rollwagen stören Anwohner

Dies wiederum hat verärgerte Anwohner auf den Plan gerufen. Bei der Bürgerbeteiligung im Februar zu den Umgestaltungsplänen der Stadt für die Grünfläche beschwerten sie einige über die Post-Vehikel, die sie als Hindernis für den freien Zugang zum Park empfinden würden. Eine Augenweide sei der Anblick ebenfalls nicht. Robin Nolasco, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, sicherte den empörten Stimmen zu, das Gespräch mit Notheis als Vertragspartner der Post zu suchen.

Das ist auch geschehen. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, wurde „der Pächter kontaktiert und für das Thema sensibilisiert“. Nur: Notheis sind die Hände gebunden, wie er versichert. Das Problem liege nämlich in der bisher schlecht geregelten Abholung der Rollwagen seitens der Post. Es würden zu kleine Fahrzeuge eingesetzt. Notheis erklärt das so: „Morgens kommt der Lastwagen und bringt die Paketwagen. Abends kommt dann ein Sprinter und nimmt Pakete wieder mit. Aber da passt dann kein Wagen rein.“

Also würden sich die Rollwagen bei ihm stauen, bis schließlich doch jemand ein Einsehen habe und einen Laster vorbeischicke. Er habe den Missstand schon häufig gegenüber der Post angemahnt, getan habe sich allerdings nichts: „Die Logistik funktioniert nicht“.

Post will Abhilfe schaffen

Bei der Post seien Notheis’ Nöte bekannt, sagt Heinz-Jürgen Thomeczek, Sprecher von Deutsche Post DHL: „Wir wissen um die Problematik.“ Man werde sich darum kümmern, schließlich habe man in Speyer ein Paketzentrum, zu dem ständig Transporte unterwegs seien. „Da werden wir das auch hinkriegen, dass öfter einer beim Kiosk vorbeifährt“, sagt Thomeczeck. Der Pächter solle deswegen keinen Ärger haben: „Wir finden bestimmt eine Lösung.“ Er bitte dennoch um etwas Geduld.

Um Nachsicht mit dem Kiosk-Betreiber bittet auch die Stadtverwaltung. Der Zugang zum Hess-Park sei an dieser Stelle breit genug, daher „sollte es nicht zu Behinderungen führen, wenn dort zeitweise einzelne Rollwagen abgestellt werden. Die Stadtverwaltung möchte an dieser Stelle auch um Verständnis für den Pächter werben. Das Kiosk ist lediglich eine Postannahme- und Ausgabestelle, die sehr gut, über die Erwartungen des Pächters hinaus, angenommen wird“. Nach Kenntnis der Verwaltung seien viele Anwohner „dankbar für die Wiedereröffnung des Kiosks und der Poststelle“.

Schankwirtschaft genehmigt

Tatsächlich war das Büdchen einst ein beliebter Anlaufpunkt, bevor es in einen Dornröschenschlaf verfiel. Anfang 2023 präsentierte schließlich Notheis Pläne, das marode Kiosk zu sanieren und zum „Berni’s“ umzubauen, samt kleinem Gastraum mit Schankanlage, einer Küche für kleine Gerichte sowie einer Terrasse mit Außenbestuhlung. Zwischenzeitlich musste er aus planungsrechtlichen Gründen Abstriche vornehmen. Auch einige Anwohner waren auf die Barrikaden gegangen, weil sie Belästigungen durch Lärm und Gerüche befürchteten.

Gleichwohl hat die Stadt nach eigener Darstellung dem Pächter eine Gaststättenerlaubnis für eine „Schankwirtschaft mit Imbissabgabe“ erteilt. Auch eine Terrasse dürfe er bespielen. Dagegen haben nach Notheis’ Angaben Nachbarn Widerspruch eingelegt, der vor dem Stadtrechtsausschuss verhandeln werden soll. Bis dahin sind die Pläne des früheren Bauleiters ausgebremst. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagt Notheis. Er sei mit einem klaren Konzept angetreten, die Stadt habe dieses auch abgesegnet, es sei zudem Bestandteil des Pachtvertrags. Könne er seine gastronomischen Ideen nicht umsetzen, „bekommt die Stadt ein Problem“.

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