Speyer „Keineswegs in Ruhe“

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„Wir müssen erleben, dass wir in Europa keineswegs in Ruhe und in Frieden leben. Die schrecklichen Ereignisse von Paris vor wenigen Tagen haben uns das schmerzlich vor Augen geführt.“ Das sagte Militärpfarrer Ulrich Kronenberg bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag gestern auf dem Speyerer Friedhof.

Der Geistliche erinnerte daran, dass der französische Präsident klare Worte gefunden und das Wort „Krieg“ in den Mund genommen habe. Auch Deutschland sei betroffen, wo man in der Vergangenheit immer wieder von Abrüstung gesprochen, aus Speyer Soldaten abgezogen habe. Deutschland stehe vor gewaltigen Aufgaben, wobei Kronenberg den Einsatz der Verantwortlichen und Ehrenamtler bei der Bewältigung des Flüchtlingsstromes würdigte. Es gehe um Menschen, die vor Terror und Schrecken geflohen seien, alles verloren hätten. „Wir sollten uns hüten, den Untergang des Abendlandes herbeizureden“, mahnte der Militärpfarrer. Christen sind für den evangelischen Pfarrer Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen. „Seid friedlich“, forderte er. Kronenberg ging auch auf die Verletzten und deren Angehörigen ein, in deren Leben nichts mehr so sei wie noch vor wenigen Tagen. Magdalena Grimbs, Niklas Müller und Florentine Parzich, Schüler des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums, zitierten aus Ernst Jandls „Markierung einer Wende“ sowie Wolfgang Borcherts „Brief aus Russland“. Im „Totengedenken“ erinnerte Oberbürgermeister Hansjörg Eger an die Opfer von Gewalt und Krieg. Musikalisch umrahmten das Speyerer Kammerorchester und der Sängerkreis der Bäckerinnung. Ein Trompetensolo Tobias Eberts rundete die Kranzniederlegungen auf dem französischen und deutschen Ehrenfriedhof ab. (bw)

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