Speyer Keine Ruhepause für die Ohren

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Jimi Hendrix spielte sie, Stevie Ray Vaughan auch – und Eric Clapton sowieso. Auch Alex Weis liebt seine Fender Custom Shop Stratocaster E-Gitarre abgöttisch. Elf dieser Instrumente besitzt der 31-Jährige, der seit einem Jahr an der Städtischen Musikschule Speyer unterrichtet. Zum Einsatz kommen sie auch in diversen Bandprojekten.

Weis’ musikalische Arbeit ist weit gefächert. Mit der Coverband The Helmuts spielt er auf Hochzeiten, Firmenfeiern und Weinfesten. Für Bartenders Eve schreibt und arrangiert er Songs abseits des Mainstream – „eine absolute Herzenssache“, wie er sagt. Dann gibt es da noch Fake Leather, ein Singer-/Songwriter-Akustikgitarrenduo. Außerdem ist Weis gerade dabei, sich mit der Gründung eines Bluesrocktrios einen langgehegten Traum zu erfüllen. Denn: „Bluessoli machen mich einfach glücklich.“ Mit elf Jahren fing er an, Gitarre zu spielen. Seitdem habe er „immer gewusst, dass das mein Ding ist“. Sein damaliger Gitarrenlehrer sei ein so ausgeglichener, glücklicher Mensch gewesen. „Und da hab’ ich gedacht, so will ich leben, den ganzen Tag Musik machen, und das habe ich noch keinen Tag bereut“, sagt Weis. Damals verehrte er Slash von der Gruppe Guns’n’Roses. Andere seiner Gitarrenhelden liebt er bis heute: Brian May von Queen und vor allem Eric Clapton. Zu seinen Lieblingen gehören auch Slide-Gitarrist Derek Trucks und der amerikanische Singer/Songwriter John Mayer – „als Gitarrist der Wahnsinn“. Inzwischen ist Weis längst selbst Musiklehrer, unterrichtet derzeit rund zehn Schüler in Speyer, möchte sein Unterrichtsangebot aber noch ausweiten. Der Musikunterricht sei „was Solides“, denn als Profimusiker sei das Einkommen sonst in jedem Monat unterschiedlich, „und im Winter sieht’s dann schlecht aus“. Am Wochenende auftreten und unter der Woche unterrichten – das sei sein Traumberuf, so der Gitarrist. Ob Klassik oder Rockmusik: Seinen Unterricht gestalte er stets individuell nach den Wünschen des Schülers. „Wenn ein 14-Jähriger Linkin Park spielen will, dann übt er da auch“, so seine Erfahrung. Und natürlich gehöre ein Rockklassiker wie „Smoke on the water“ von Deep Purple zum Repertoire der Partyband The Helmuts, die nicht nur Oldies von Abba bis Led Zeppelin spielt, sondern auch mal „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer. „Da kann man sich als professionelle Coverband nicht dagegen wehren“, seufzt Weis. Zwar mache die Covermusik Spaß, sei ein wichtiges finanzielles Standbein und man bleibe technisch fit, doch musikalisch viel mehr zuhause fühlt sich der Gitarrist bei Bartenders Eve. Die Formation macht Englisch gesungenen Singer/Songwriter-Pop mit bluesiger Gitarre, Klavier und Schlagzeug. Es sei Musik mit Wiedererkennungscharakter. „Sie kommt nicht bei jedem sofort an, aber das ist genau die Musik, die wir machen wollen.“ Zwei CDs hat er mit der regionalen Band veröffentlicht: „Das Wichtigste, was ich bisher künstlerisch gemacht habe.“ Zwar sieht Weis sich selbst insgesamt im Spannungsfeld von Klassik und Popularmusik, doch ein klassisches Gitarrenkonzert habe er seit seinem Studium nicht mehr gegeben. Mitgenommen habe er daraus aber Technik und Musikalität. So sei es für ihn kein Problem, sich für einen musikalischen Aushilfsjob bei einer anderen Band an einem Nachmittag „deren Repertoire draufzuschaffen“. Auch nach einem fünfstündigen Auftritt schalte er im Auto noch den CD-Player ein. „Ich höre den ganzen Tag Musik.“ Seine Ohren ausruhen? Weis lacht. Nein, das müsse er nie.

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