Speyer Kein ungeliebtes Kind

. Für Verbandsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) gab es am Mittwoch keinen Grund für Wehmut, zur Trauer. Zumindest nicht lange. Spätestens am 1. Juli will er in der Funktion als hauptamtlicher Beigeordneter wieder die Zukunft unter dem neuen Logo Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen in den Blick nehmen. Zuvor Eberhards kurzer Blick zurück: 1969 der Anstoß von Ministerpräsident Helmut Kohl zur Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz, im September 1971 „auf freiwilliger Basis“ die Bildung der Verbandsgemeinde Dudenhofen – auch damals wurden die Alternativen Eingemeindung nach Speyer oder Einheitsgemeinde nur rein theoretisch erwogen. Berthold Badem wurde zum Bürgermeister gewählt, Hans Lang zum Beigeordneten. Die Verbandsgemeinde hatte 7400 Einwohner (aktuell 11.700), wird mit dem Namen Römerberg-Dudenhofen 20.800 zählen. Den Start der Verbandsgemeinde aus Bürgersicht am Frühstückstisch beschrieb Andreas Heck in einem Sketch, den Mitglieder der Theatergruppe Hanhofen aufführten. Die Parallelen zu heute: Es interessierte nicht allzu viele, in der Zeitung waren die Todesanzeigen, Sportberichte wichtiger, interessanter. Es konnten die Hanhöfer mit den Dudenhöfern nichts anfangen, beide mit den Harthäusern nicht – Berghäuser, Heiligensteiner, Mechtersheimer sind, bleiben eh ein eigenes, sonderbares Völkchen. Und überhaupt: „Wie immer müssen wir für alles zahlen.“ Für Landrat Clemens Körner (CDU) war es kein ungeliebtes Kind: „Die Verbandsgemeinde bildete die Grundlage modernen Verwaltungshandelns zugunsten der Bürger.“ Schon deshalb sollte seine Festansprache keine Trauerrede werden. Das Ableben nach wenigen Lebensjahren relativierte er mit einem geschichtlichen Exkurs, beginnend 974 mit Otto II.: „Danach 823 Jahre Hochstift des Bischofs, Intermezzo der Franzosen, ab 1816 für 130 Jahre bayrisch.“ Unvergessen die Besetzung von Speyer durch Dudenhofener Bauern. Was sind da schon 43 Jahre Verbandsgemeinde? Dass Dudenhofen bei Kohls Gebietsreform in den 70er Jahren ungeschoren davonkam, schreibt Körner „der Speyerer Angst vor dem schwarzen Umland“ zu. Neustadt und Frankenthal hätten die Gunst der Stunde genutzt, sich in der Fläche verdreifacht. Die Ortsgemeinden unter dem Dach der Verbandsgemeinde sieht er als Erfolgsmodell: „Wir haben vieles richtig gemacht.“ Was sich nach seiner Überzeugung mit dem Charme, dem Pioniergeist des Anfangs in der neuen Konstellation fortsetzen werde. Kein Licht ohne Schatten. Körner räumte ein: „Unter dem Stichwort Generationenvertrag haben wir alles auf Schulden finanziert.“ Jetzt sei es an der Zeit, die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte einzuleiten. Neben den Jagdhornbläsern begleiteten der gemischte Chor des MGV Hanhofen und die Blaskapelle Dudenhofen durch den langen Abend in der Feuerwehrgerätehalle. Für die Bewirtung sorgte der Förderkreis St. Florian. Vor dem „Halali“ ehrte Eberhard Männer, Frauen der Verbandsgemeinderäte, ehemalige Bürgermeister, Beigeordnete, langjährige Mitarbeiter der Verwaltung, Vertreter von Schule, Feuerwehr, Vereinen, Institutionen. (län)