Speyer Kein Potenzial für weitere Märkte
«DUDENHOFEN/RÖMERBERG.» Es gebe in der Verbandsgemeinde „keine ausreichenden Potenziale für Neuansiedlungen größerer Märkte für nahversorgungsrelevante Sortimente“, heißt es in dem Konzept. Laut dem Ludwigshafener Planungsbüro Piske, das das 52 Seiten starke Werk erstellt hat, betrifft dies nicht nur Lebensmittelgeschäfte, sondern auch Drogeriefachmärkte. Die Autoren der Studie haben ausgerechnet, wie viel freies Umsatzpotenzial es in der Verbandsgemeinde noch gibt, das neue Märkte vor Ort abschöpfen könnten. In Römerberg beispielsweise liegt die jährliche Kaufkraft der Bürger für Nahrungs- und Genussmittel demnach bei knapp 25 Millionen Euro. Knapp 60 Prozent dieser Summe geben die Römerberger in Einkaufsmärkten im Ort aus. Bezogen auf Lebensmittel könnten Märkte vor Ort realistischerweise noch 3,2 Millionen Euro zusätzlich an den Römerbergern verdienen, schätzt das Planungsbüro. Umgerechnet auf die Verkaufsfläche gebe es noch ein Potenzial von 660 bis 820 Quadratmetern. Es könne sich dabei nur um die Erweiterung bestehender Märkte handeln, denn für einen neuen Vollsortiment-Supermarkt sei die errechnete Fläche zu klein. In der geplanten Erweiterung des Lidl-Markts in Heiligenstein sehen die Autoren des Konzepts kein Problem. Das Potenzial sei in Römerberg damit aber weitgehend ausgeschöpft. Somit „scheiden Überlegungen zur Ansiedlung eines größeren Lebensmittelmarkts“ im Ort aus. „Versorgungsdefizite“ gebe es in Mechtersheim. Dort bleibe als Option nur die Ansiedlung eines Dorfladens, der aber wohl ebenfalls nicht kommen wird (wir berichteten). In den übrigen Orten der Verbandsgemeinde kommen die Autoren des Einzelhandelskonzepts bei ihren Berechnungen auf teils noch deutlich kleineres nicht genutztes Verkaufsflächenpotenzial: bis zu 280 Quadratmeter für Dudenhofen, bis zu 200 für Hanhofen und bis zu 490 für Harthausen. Neue Märkte seien somit auch dort nicht sinnvoll. Bei Drogeriewaren errechnet das Planungsbüro, dass es ein Potenzial von rund vier Millionen Euro Umsatz oder 910 Quadratmetern Verkaufsfläche in der gesamten Verbandsgemeinde gibt. Das Problem: Die Ortsgemeinden sind räumlich zu stark voneinander getrennt. Ein Drogeriemarkt könnte daher immer nur einen Teil des Umsatzpotenzials in der Verbandsgemeinde abschöpfen. Damit würde sich der Betrieb aber nicht mehr rechnen, denn heutige Drogeriemärkte sind laut der Studie in der Regel mindestens 600 Quadratmeter groß. Dass eine Drogerie-Kette Interesse an einem Markt in Römerberg bekundet hatte (wir berichteten) und nur deshalb vor Kurzem einen Rückzieher machte, weil ihr die zur Verfügung stehende Fläche zu klein war, ist laut Ulrich Fillinger vom Planungsbüro Piske kein Widerspruch. Ein solcher Markt würde auch viele Kunden aus der benachbarten Verbandsgemeinde Lingenfeld anziehen, was aber aus raumplanerischer Sicht nicht gewünscht sei. Wäre der Drogeriemarkt gekommen, hätte das laut Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) möglicherweise zur Folge gehabt, dass andere Märkte in Römerberg nicht hätten erweitern dürfen. Kein ausreichendes Angebot sieht die Studie im Bereich Textilien und Schuhe. Die Ansiedlung eines mit einem breiten Sortiment ausgestatteten inhabergeführten Textil- und Schuhgeschäfts sei „unrealistisch“. Denkbar sei aber die Ansiedlung von Filialbetrieben aus dieser Branche im Umfeld der Lebensmittelmärkte in Dudenhofen. „Grundsätzlich als mittelfristig gesichert“ werden von den Autoren des Konzepts die bestehenden Einkaufsmärkte in der Verbandsgemeinde angesehen. Außerdem seien Erweiterungen bestehender Geschäfte durchaus denkbar. Allerdings dürften diese die übrig gebliebenen Geschäfte in den Ortskernen nicht bedrohen. In Hanhofen, Harthausen und Römerberg sollte daher zentren- und nahversorgungsrelevanter Einzelhandel ausgeschlossen werden. Zu Dudenhofen wird angemerkt, dass für den Standort des alten Penny-Markts im Osten des Orts eine Einzelhandelsnutzung durch eine Änderung des Bebauungsplans bereits ausgeschlossen wurde. Die Ortsgemeinden sollten die Einzelhandelsentwicklung in den Ortszentren positiv begleiten, wirklich mit einer solchen Entwicklung zu rechnen sei aber nicht.