Speyer Kein Herz aus Glas

Vorsicht zerbrechlich: Glasermeister Christian Hanemann in der Werkstatt mit dem „sensiblen“ Werkstoff.
Vorsicht zerbrechlich: Glasermeister Christian Hanemann in der Werkstatt mit dem »sensiblen« Werkstoff.

Ein altes Handwerk in geschichtsträchtiger Umgebung – gepaart mit modernsten Entwicklungen der Disziplinen Wärme- und Sicherheitstechnik – und das im Herzen der historischen Stadt: Das ist das Besondere an der Sommertour in die Glaserei Hanemann. Das Familienunternehmen hat eine über 100-jährige Tradition am Standort Speyer.

Die alte Werkstatt, eröffnet vom Gründer des Handwerksunternehmens, August Wilhelm Ernst Hanemann, liegt im alten Stadtgraben. Die Stadtmauer von Speyer ist die Begrenzung der Werkstatt. Arbeitstische und Werkbänke stoßen an die Sandsteine. Das hat durchaus Charme, ist schön anzusehen, bietet an Hitzetagen sogar etwas Kühle, ist aber aufgrund vieler Treppenstufen und der Ecken und Kanten unpraktisch für effiziente Arbeitsabläufe. Unter anderem deshalb plant der heutige Chef des Unternehmens, der 44 Jahre alte Christian Ernst August Hanemann, Glasermeister und seit 2013 Obermeister der Glaserinnung Vorderpfalz, den Umzug an die Straße „Zur Nachtweide“ im neuen Industriegebiet zwischen Tullastraße und Rübsamenwühl. Dort werden dann in einer lichten Halle die Werkbänke in idealer Position gestellt sein, für die 30 Mitarbeiter und das Material wird es ausreichend Platz geben und davor genügend Stellplätze. Der bisherige Standort bleibt erhalten, „Wir werden einfach die Tür abschließen“, sagt Hanemann. Für die Teilnehmer an der Sommertour ist das deshalb eine der letzten Gelegenheiten, authentische Werkstatt-Atmosphäre des vorigen Jahrhunderts zu schnuppern. Der Chef selbst wird die RHEINPFALZ-Leser am Schulplätzel begrüßen und die Werkstatt präsentieren. Er erzählt über das Handwerk, dessen Anfänge und die regionalen Besonderheiten sowie die Spezialitäten, die seine Firma anbietet. Er will auch nicht verschweigen, warum er für alle notwendigen Gewerke sich selbst Fachleute heranzieht, warum er dem Kunden immer eine Problemlösung aus einer Hand anbietet und warum er gnadenlos auf Qualität und Service setzt – und sich so am Markt behauptet. Längst gehen die Aufgaben über das Auswechseln einer geborstenen Scheibe und das Einsetzen einer sicheren Haustür hinaus. „Natürlich können die Besucher bei uns auch selbst einmal eine Scheibe schneiden und ich stelle einen Einbruch-Modellstand auf. Dann müssen sie probieren, ob und wie schnell sie ein Fenster aufbekommen“, freut sich Christian Hanemann selbst schon auf den Besuch am Samstagnachmittag. Tour-Info: —Sommertour (6): Ein Handwerk mit Durchblick. Besuch in der Glaserei Hanemann —Termin: Samstag 5. August, 15 Uhr —Treffpunkt: Schulplätzel —An- und Abreise: individuell —Teilnehmerzahl: 25 —Teilnahme: auf eigene Gefahr —Anmeldung: heute, 17 bis 18 Uhr, Telefonnummer: 06232 130726

x