Speyer Kaum Chancen für Langzeitarbeitslose

Die Stadt will den Fahrdienst für außergewöhnlich gehbehinderte Speyerer weiterhin fördern. Das hat Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) den Mitgliedern des Sozialausschusses am Mittwochabend im Rathaus mitgeteilt. Der Ausschuss hat Initiativen, Vereinen, Verbänden und Selbsthilfegruppen knapp 30.000 Euro Zuschüsse für soziale Aktivitäten im Jahr 2014 gewährt.
32 zuschussberechtigte Speyerer hätten Gutscheine für Fahrten innerhalb der Stadt mit behindertengerechten Fahrzeugen beantragt, wies Kabs auf drei Anträge mehr als im ersten Antragsverfahren im Frühjahr hin. „Wir müssen unter 10.000 Euro Förderung bleiben, wenn wir eine europaweite Ausschreibung vermeiden wollen“, entgegnete sie der Empfehlung des Behindertenbeauftragten Wolfgang Brendel, die Gutscheine für ein ganzes Jahr auszugeben. Einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Speyerer Jobcenter gab Anja Hölscher, Geschäftsführerin des Jobcenters Vorderpfalz Ludwigshafen. Gegenüber 2013 ist demnach die Anzahl der sogenannten Hartz-IV-Empfänger leicht angestiegen. Rund 3500 Speyerer, davon 591 Kinder unter 15 Jahren, leben nach Auskunft Hölschers in etwa 1900 Bedarfsgemeinschaften. Inklusive Mehrfachvermittlungen könnten im Durchschnitt jährlich 25 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsempfänger auf den Arbeitsmarkt zurückkehren. Aktuell stünden den Jobcentern 15 Millionen Euro für entsprechende Maßnahmen zur Verfügung. 2015 kämen weitere rund 700.000 Euro hinzu. Bei der Langzeitarbeitslosen-Qualifizierung im Speyerer Caritas-Warenkorb ist laut Hölscher eine längere Zuweisungsdauer als bisher maximal neun Monate geplant. Hölscher hob besonders den Fachkräftemangel in Gesundheitsberufen hervor. Jobcenter-Kunden seien oft bildungsfern, verfügten nicht über einen Schulabschluss und besäßen große Sprach-Defizite, fasste sie Hinderungsgründe für eine Vermittlung zusammen. Sie gelten auch für junge Arbeitslose. „Langzeitarbeitslosigkeit ist deshalb im Jobcenter sehr präsent.“ Die im Fachbereich Jugend, Familie und Soziales offene Stelle eines Sozialplaners werde im Januar besetzt, kündigte Fachbereichs-Leiterin Claudia Völcker an. (kya)