Speyer
Katholische Kindertagesstätte soll geschlossen werden
Die Dompfarrei Pax Christi Speyer und die Stadt Speyer planen die Fusion der Katholischen Kindertagesstätte Mariä Himmelfahrt mit der Katholischen Kindertagesstätte Haus Don Bosco am Standort Im Erlich 67b. Dort ist die Kita Don Bosco 2022 eröffnet worden und hat schon damals zwei Standorte zu einem zusammengeführt: Die Kitas St. Otto und St. Elisabeth fusionierten in neuem Gebäude und unter neuem Namen. Dessen bis zu 132 Plätze waren jedoch nie vollbelegt. Das soll künftig anders werden – mit insgesamt 120 Plätzen, davon 80 mit siebenstündigem und 40 mit neunstündigem Betreuungsanspruch pro Tag.
Eine mangelnde Auslastung war laut Pfarrei und Stadt zuletzt auch in der Kita Mariä Himmelfahrt in der Großen Pfaffengasse 9 zu beklagen, die im Lauf des Kindergartenjahrs 2026/27 – wohl spätestens zum Jahresende 2026 – geschlossen werden soll. Die Auslastung habe sich seit geraumer Zeit rückläufig gezeigt. Der Bedarf an Kita-Plätzen hat sich nach Mitteilung der Pfarrei aufgrund demografischer Entwicklungen, insbesondere sinkender Geburtenzahlen, verändert.
Lange Geschichte
„Unabhängig von der demografischen Entwicklung würde die Kindertagesstätte Mariä Himmelfahrt perspektivisch einen erheblichen baulichen Sanierungs- und Anpassungsbedarf aufweisen, um zukünftigen gesetzlichen und pädagogischen Anforderungen gerecht zu werden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Aufgrund der Lage in zweiter Reihe und der begrenzten baulichen Möglichkeiten wäre damit langfristig ein geringeres Platzangebot verbunden.
Die Kita in der Innenstadt, ganz in der Nähe des Doms und der Bistumsverwaltung, wurde im Jahr 1972 errichtet und 2005 erweitert. „Aber schon 1852 haben in der Dompfarrei die Niederbronner Schwestern Kinder betreut“, verweist die Kirche auf die lange Geschichte. Zum Angebot gehörten vier Gruppen für insgesamt 88 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren, für die täglich ein frisch gekochtes Mittagessen aus dem Haus für Kinder St. Hedwig angeliefert wurde. Derzeit seien – wie auch in Don Bosco – rund 64 Plätze belegt, so Markus Sandmann von der Bistumsverwaltung. Nach Abgang der Schulkinder im Sommer werde der Platz in Don Bosco für Kinder aus beiden Einrichtungen ausreichen.
Die Idee für den Zusammenschluss wurde laut Pfarrei von der Kommune geboren, die selbst elf Kitas betreibt, aber mit den Einrichtungen in konfessioneller oder freier Trägerschaft eng kooperiert, um den Rechtsanspruch von Familien auf Kita-Plätze für ihre Kinder zu erfüllen. Die Zusammenführung der beiden katholischen Kitas solle das Betreuungsangebot sichern: „Die Dompfarrei Pax Christi hat diese Empfehlung gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt sorgfältig geprüft und teilt die Einschätzung, dass die geplante Zusammenlegung der beiden Einrichtungen eine zukunftsweisende Entscheidung darstellt.“
Garantie für Betreuungsplatz
Die Pfarrei hält sich zugute, den Bedürfnissen der Kinder und Familien durch die Entscheidung ebenso gerecht zu werden, wie einem „verantwortungsvollen Umgang mit kirchlichen und öffentlichen Mitteln“. Von ihr kommt jetzt schon die Zusage: „Alle Kinder, die derzeit die Katholische Kindertagesstätte Mariä Himmelfahrt besuchen, erhalten im Zuge der Zusammenführung ein Platzangebot in der Katholischen Kindertagesstätte Haus Don Bosco.“ Die Kita-Beiräte, Elternvertretungen und Teams würden eng und transparent in die Planungen einbezogen. „Uns ist wichtig, dass die Kinder, Familien und Beschäftigten bei dieser Veränderung im Mittelpunkt stehen“, so die Stadt- und Kirchenvertreter. Laut Sandmann sollen die 15 Mitarbeiter von Mariä Himmelfahrt in der neuen Einrichtung weiterbeschäftigt werden.