Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Katharina Ruckgaber singt beim Musikfest der Deutschen Staatsphilharmonie

Katharina Ruckgaber
Katharina Ruckgaber

Bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ist sie keine Unbekannte, hier sang sie schon in zwei Versionen das Sopransolo in Mahlers vierter Sinfonie. Beim Musikfest in Speyer tritt sie am 3. Juli in Heitor Villa-Lobos’ Bachianas Brasileiras mit der Cello-Gruppe des Orchesters auf.

Die in München geborene Sopranistin Katharina Ruckgaber gastierte in den vergangen beiden Jahren jeweils mit dem Sopran-Solo aus dem vierten Satz der vierten Sinfonie von Gustav Mahler bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, einmal im Original unter Christoph Prick und einmal in der Kammerfassung von Klaus Simon unter Chefdirigent Michael Francis. Die junge Sängerin, die derzeit dem Ensemble des Theaters Freiburg angehört, tritt nun beim Musikfest Speyer wieder mit Musikern des Orchesters auf, diesmal nur den Cellisten beim Konzert am 3. Juli in der Dreifaltigkeitskirche. „Regenwald“ heißt der Abend, denn unter anderem erklingen Heitor Villa-Lobos’ Bachianas Brasileiras. Und in der fünften der neun Suiten singt ein Sopran zwei Lieder in portugiesischer Sprache.

Für Katharina Ruckgaber ist es ein neues Stück, das – wie sie sagt – schon lange mal machen wollte. Es sei eine sehnsuchtsvolle Musik - damit in unseren bewegten, unsicheren Zeiten ein passendes Stück.

Breites Repertoire

Mahler, Villa-Lobos, in der Oper viel Mozart, dazu Barockes und Zeitgenössisches: das Repertoire von Katharian Ruckgaber ist groß und vielfältig. Sie ist auf kein Genre spezialisiert und liebt unterschiedliche Herausforderungen. Mit einer guten Technik seien alle Stile zu beherrschen, sagt sie. Wichtig sei es, gut in Balance zu sein, mit sich und seiner Stimme. Und so meistert Katharina Ruckgaber alle Aufgaben in ihrem Stimmfach als lyrischer Koloratursopran.

Sie kam schon früh mit Musik in Berührung, ihre Mutter ist Organistin. Und früh, ab 14 Jahren bereitete sie sich bei der Bayerischen Singakademie auf das Gesangsstudium vor. Die Liebe zu Oper begann mit dem Besuch einer Aufführung von Händels „Rodelinda“ an der Bayerischen Staatsoper in München, von der sie gepackt war.

Sie studierte in ihrer Heimatstadt bei Kammersänger Andreas Schmidt und an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Schon während ihres Studiums trat sie auf der Bühne auf, unter anderem am Staatstheater am Gärtnerplatz.

Nach ihre Studienabschluss mit Auszeichnung war sie im Opernstudio der Oper Frankfurt und ist nun in Freiburg.

Liebe zum Lied

Sie gastiert aber auch an anderen Häusern, war unter anderem im „Freischütz“ in Karlsruhe zu erleben gewesen, und tritt nicht zuletzt immer wieder als Lied- und Konzertsängerin auf.

Katharina Ruckgaber freut sich sehr auf das Konzert in Speyer, wo sie noch nie war, und die Möglichkeit, wieder öffentlich auftreten zu können. Auch für sie war der Lockdown eine merkwürdige und ambivalente Zeit. Auch bei ihr sind Engagements weggebrochen. Sie habe, so erzählt sie, eben auch versucht, die Zeit gut zu nutzen und hat an neuen Lied- und CD-Projekten gearbeitet. Und langsam läuft auch bei ihr der Probenbetrieb im Stammhaus in Freiburg wieder an. Auch sie hofft, dass das Kultur- und Musikleben, vor allem in der Vielfalt und Breite wie in Deutschland, erhalten bleibt und keinen dauerhaften Schaden nimmt.

Ich habe Katharina Ruchgaber auch gefragt, warum sie die Oper so mag und was sie an der Oper fasziniert. Es sei das Zusammenspiel vieler Künste. Auch sei es toll, dass hier eine menschliche Stimme ohne Mikrofon in einen großen Raum. Und viele Geschichten in der Oper seien jederzeit und damit auch heute aktuell, zum Beispiel bei Mozart, der in die Tiefe der menschlichen Seele geblickt habe. Oper, das sei ein überwältigendes Erlebnis.

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