Speyer
Kalender-Projekt: Models gefunden, Gönner gesucht
„Die Frauen waren sehr vorsichtig“, berichtet Alexander Walch. Er ist der Experte für Online-Marketing beim neuen Fräuleinwunder-Verlag. Er habe aber großes Verständnis für die vielen Nachfragen, die bei der Suche nach zu porträtierenden Frauen kamen: Es gebe „Fallen“ bei Fotokalendern und etwa Druckwerke mit Jungbäuerinnen, die viel Haut zeigen, als umstrittene Beispiele. Im Speyerer Fall sei das ganz anders und völlig seriös: Fotokünstler Rainer Moster werde in bewährter Manier den Charakter der Winzerinnen ins Schwarz-Weiß-Bild rücken, so Walch. Sabine Miller ist als Grafikerin mit im Boot.
Es ist gelungen, zwölf Vertreterinnen renommierter Pfälzer Weingüter von der guten Idee zu überzeugen, sagen die Fräuleinwunder-Verantwortlichen. Auf Walchs Liste stehen etwa Karoline und Dorothee Gaul (Sausenheim), Victoria Lergenmüller (Roschbach) und Susanne Winterling (Niederkirchen). Jetzt gehe es darum, mit einer Crowdfunding-Kampagne das nötige Startkapital zu sammeln und gleichzeitig zu testen, „ob es einen Markt für das geplante Produkt gibt“, so Walch. 5555 Euro sollen bis zum 21. Mai zusammenkommen, dann könnten Shooting und Produktion starten.
Spende ans Frauenhaus
Geplant wird mit einer Auflage von mindestens 250 Stück, die als „Fine-Art-Kalender“ im A2-Format für je 22,22 Euro verkauft würden. 2,22 Euro pro Exemplar sollen als Spende an das Frauenhaus gehen. Infos zu Lieblingsweinen und Weingütern kämen auf der Rückseite dazu. Auch die Suche nach dem passenden Ort werde angesichts der Corona-Beschränkungen in den nächsten Wochen zur Herausforderung, erwartet Walch. Profi Moster finde da im Dialog mit seinen Modellen aber stets gute Lösungen.
Wie es sich für eine gute Crowdfunding-Kampagne gehört, gibt es einfallsreiche Gegenleistungen für die Geldgeber, die von einer virtuellen Umarmung bis hin zum Fotoshooting mit Moster reichen. Mehr als 1300 Euro von 20 Unterstützern waren am Montag schon zusammengekommen. Wenn alles gut geht, soll vom eigens für das aktuelle Projekt gegründeten Fräuleinwunder-Verlag künftig noch mehr zu hören sein. „Weitere Projekte sind in Planung“, berichtet Walch. Eine Idee sei ein Porträtbuch mit Gattinnen von Winzerinnen. Auch hier gehe es wiederum um interessante Pfälzerinnen – das sei durchaus Verlagsprogramm. Aber: „Wir sind für gute Ideen rechts und links offen.“
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