Nachruf RHEINPFALZ Plus Artikel Kämpfer mit großem Herz für die Natur

Roland Kirsch
Roland Kirsch

Seine große Leidenschaft nach seiner beeindruckenden Fußballer-Laufbahn war die Natur, die Umwelt. Roland Kirsch, der in seinen Zeiten als Fußballer des legendären Dorfvereins SV Alsenborn den Spitznamen „Cherry“ verpasst bekommen hatte, kämpfte für die Natur in und um Speyer.

Kirsch war von 2009 bis 2019 Regionalbeauftragter Pfalz im Landesverband Rheinland-Pfalz des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). In dieser Funktion war er zugleich Vorstandsmitglied im Landesverband. Er war ein harter Widersacher. Doch er war ein Kämpfer mit Stil und mit Witz. Bis zu seinem Tod war Kirsch sowohl ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter der Stadt Speyer als auch Mitglied im Beirat für Naturschutz der Stadt.

Roland Kirsch ist ein „Lauterer Bu“ gewesen. In Kaiserslautern kam er am 31. Oktober 1943 zur Welt. Ob das Datum ein Omen war? Denn am 31. Oktober ist auch Fritz Walter geboren worden. Roland Kirsch begann beim großen 1. FC Kaiserslautern mit dem Fußballspielen. Mit Fritz Fuchs, heute Aufsichtsrats- und Beiratsmitglied des FCK, spielte Kirsch in der FCK-Jugend, bei den FCK-Amateuren und später beim SV Alsenborn zusammen. Schon in dieser Zeit legte Kirsch Wert auf eine gute Ausbildung. Er baute sein Abitur am Hohenstaufen-Gymnasium und begann später in Heidelberg Mathematik, Physik und Sport zu studieren. Kirsch verstand es perfekt, seine akademische Ausbildung und den Fußball zu kombinieren. 1964 ging Kirsch im Alter von 21 Jahren zum SVA, spielte auch in der Studenten- und der Amateur-Nationalmannschaft. Kirsch war aufgrund seiner Schnelligkeit ein gefürchteter Offensivverteidiger. „11,1 Sekunden sprintete er über die 100 Meter“, sagt sein Bruder Peter. In Alsenborn nannten sie ihn nur „Cherry“. „Er hatte rote Locken und hieß mit Nachnamen Kirsch. Das passte“, erzählt Mittelstürmer Jürgen Schieck. „Cherry“ Kirsch erlebte die glorreichen Zeiten mit drei Regionalliga-Meisterschaften in Folge, Aufstiegsrunden zur Bundesliga mit. Die Kombination Alsenborn und Studium passte perfekt. Kirsch lehnte ein Angebot des Bundesligisten Eintracht Braunschweig ab. Er wollte sein Studium beenden. Auch der FCK und der 1. FC Saarbrücken bekamen einen Korb. Nach seiner Zeit beim SVA spielte „Cherry“ Kirsch in Eppingen und noch etwas beim VfR Speyer. „Cherry Kirsch war ein Mann der ersten Stunde der Pälzer Ausles“, sagte Werner Schröter, einer der Gründungsväter.

Roland Kirsch unterrichtete am Kaiserdom-Gymnasium in Speyer Mathematik, Physik und Sport. Dort lernte er seine Frau Kathrin kennen. Sie unterrichtet Kunst am Hannah-Arendt-Gymnasium in Haßloch. Tochter Klara kam dann zur Welt. „Cherry hatte einen trockenen Humor und war ein sehr angenehmer Mensch. Er gab nie auf. Er war ein Kämpfer vor dem Herrn. Leider hat er nun den Kampf verloren“, sagt Fritz Fuchs traurig.

Roland Kirsch starb in der Nacht auf Sonntag nach einer langen schweren Krankheit im Alter von 77 Jahren.

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