Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel „Junge sakrale Kunst“: Broschüre der Markus-Klammer-Stiftung

Im Rahmen eines Stipendiums der Markus-Klammer-Stiftung gefertigt: Der gebürtige Speyerer und in Mainz lebende Künstler Nikolas
Im Rahmen eines Stipendiums der Markus-Klammer-Stiftung gefertigt: Der gebürtige Speyerer und in Mainz lebende Künstler Nikolas Hönig übergibt im Museum am Dom in Würzburg an das Bistum eine »Exsultet«-Rolle an Domkapitular Jürgen Lenssen. Rechts der Kunsthistoriker Clemens Jöckle, der 2007 die Stiftung nach Speyer holte.

Die Kulturstiftung Speyer hat einen aufwendig gestalteten Katalog vorgelegt, der die Stipendiaten der Markus-Klammer-Stiftung dokumentiert. Auch der Namensgeber der Stiftung wird in der Broschüre eigens gewürdigt.

„Die Markus-Klammer-Stiftung fördert insbesondere Bildhauerei und Malerei sakraler Kunst im Andenken an den 1993 verstorbenen Markus Klammer“, so heißt es in deren Satzung.

Stifter dieser Stiftung war das Ehepaar Erna Julianna und Dr. Hans-Ludwig Klammer. Sie errichteten zum Gedenken an ihren verstorbenen Sohn 1995 eine rechtsfähige Stiftung mit Sitz in Cochem. 2007 entschied sich das Stifterehepaar zur Umwandlung der Stiftung in eine von der Kulturstiftung Speyer getragene Treuhandstiftung. Diese widmet sich den von Markus Klammer hinterlassenen Skulpturen, Holzschnitten, Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen.

Sie fördert insbesondere Bildhauerei und Malerei sakraler Kunst durch Ausstellungen, Begegnungen, Stipendien und Preisverleihungen. Das Gründungsvermögen betrug 50.000 Euro. Die Stipendien sind jeweils verbunden mit etwa zweiwöchigen Preisträgerausstellungen die am Sitz der Markus-Klammer-Stiftung in Speyer stattfinden und den Stipendiaten die Möglichkeit geben, neben dem ausgezeichneten Werk auch weitere Arbeiten aus dem eigenen Schaffen zu präsentieren. Die Arbeiten werden dabei stets durch eine Auswahl von Arbeiten Markus Klammers ergänzt. Für das Jahr 2020 ist die Ausschreibung des siebten Markus Klammer-Preises geplant.

Sieben Stipendiaten

Bisherige Stipendiaten waren 1997 Sophia Pechau, 2000 Dorit Schauroth, 2004 Nikolas Hönig, 2008 Tina Good Hannibal, 2013 Rafael Hintersteiner (erster Preisträger) und Anne Wundrak (zweite Preisträgerin) sowie 2017 Anna Maria Tekampe.

Der vorliegende Katalog mit dem Titel „Junge sakrale Kunst“, der von dem ehemaligen Stipendiaten und in Speyer geborenen Künstler Nikolas Hönig und der Kunsthistorikerin Monika Portenlänger gestaltet wurde, dokumentiert die Arbeiten der Stipendiaten von 1997 bis 2017.

Erna-Julianna Klammer erlebte leider das Erscheinen dieser Broschüre, von der es eine Auflage von 250 Stück gibt, nicht mehr. Sie starb Anfang dieses Jahres.

Maler und Bildhauer

Markus Klammer, der Maler und Bildhauer, wurde 1963 in Bensberg geboren. Er absolvierte eine Lehre als Goldschmied im Atelier christliche Kunst Josef Welling in Koblenz und studierte an der Alanus-Hochschule in Bonn. Weitere Lehrer waren Walther Piesch, Pierre Weber und Josef Zenzmaier.

„Die intensive Auseinandersetzung mit der christlichen Ikonographie zeigte sich besonders in Markus Klammers plastischem Werk“, wie es in dem Katalog heißt. Dabei habe er in seiner künstlerischen Interpretation religiöse Themen mit neuen Inhalten verbunden. Zahlreiche Werke sind in sakralen Räumen zu sehen.

Über 500 Arbeiten nennt das Verzeichnis seiner Bilder, das von Zeichnungen und Drucken bis zu Ölgemälden reicht. Er hat, so steht es in der Broschüre, bereits stilistische Entwicklungen der figurativen Malerei der späten 1990er-Jahre vorweggenommen und eine Entwicklung mitinitiiert, die jetzt als avantgardistische Malerei unserer Zeit gilt.

Als gelernter Goldschmied war Klammer auch als Schmuckgestalter tätig. Sein Gesellenstück ist eine Silberdose mit Laacher-See-Relief.

Markus Klammer starb am 2. August 1993 in Klotten an der Mosel.

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