Speyer
Judo: Grabowski am Samstag bei der WM
„Es ist der Abschluss der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio“, erläutert Grabowskis Heimtrainer Stephan Hahn die Wichtigkeit des Turniers mit Blick auf die um ein Jahr verschobenen Olympischen Sommerspiele vom 23. Juli bis 8. August. Er ist optimistisch, dass die Speyererin am Ende auch in Tokio auf der Matte steht.
Jasmin Grabowski (Mädchenname Külbs) hat sich am Dienstag auf den Weg in die ungarische Hauptstadt gemacht. Mit dem Flugzeug, nicht mehr wie bei der EM im November 2020, als sie Fünfte wurde, in einer Mammuttour im Privatauto. „Wir fliegen ja schon seit Januar wieder“, sagt die 29-jährige Sportsoldatin.
Geimpft
Sie lebt in Leverkusen lebt, trainiert in Köln trainiert und ist mit dem Impfstoff Johnson & Johnson einmal geimpft: „Wir sind inzwischen über die Impfaktion des Deutschen Olympischen Sport-Bundes alle geimpft. Das beruhigt schon“, sagt sie. Sie bleibe dennoch vorsichtig, hatte im Flugzeug eine FFP2-Maske an, und die wechsele sie auch alle vier Stunden.
Ihre Gefühlslage bezüglich Wettkämpfen in Corona-Zeiten sei immer noch geteilt. Vor der jetzigen WM in Budapest meint sie: „Es ist auf jeden Fall besser geworden, der Weltverband hat bei den Corona-Regeln nachjustiert.“ Im gesamten Innenbereich gelte eine Maskenpflicht, am Wettkampftag müssten die Judoka einen Schnelltest machen.
Nun müssen die Regen konsequent umgesetzt werden. Über die Olympia-Qualifikation will sie im Vorfeld der WM gar nicht erst nicht reden: „Fragen Sie mich dazu noch mal nach der WM“, meint sie trocken. Denn Grabowski, die lange Zeit wie eine todsichere Anwärterin auf ein Olympia-Ticket aussah, fiel in der Weltrangliste auf Platz 26 ab.
Punkte fehlen
Unverschuldet geschah dies, weil sich die Deutschen im Frühjahr 2021 entschlossen hatten, wegen Corona-Fällen zwei Turniere in Georgien und der Türkei kurzfristig abzusagen. Die Punkte fehlen Grabowski jetzt natürlich, andere Athletinnen zogen vorbei. „Es ist für sie noch mal ganz eng geworden in der Rangliste für Olympia“, weiß auch ihr Coach Stephan Hahn.
„Vielleicht ist es auch möglich, dass sie sich noch über die Kontinental-Rangliste qualifiziert“, stellt er fest, räumt aber ein, dass er selbst noch nicht genau weiß, wie das funktionieren soll. Seit fast zwei Jahren sind sich Trainer und Athletin nicht mehr persönlich begegnet – wegen Corona.
„Aber wir halten Kontakt per Telefon, Whatsapp und Videocalls. Einmal pro Woche telefonieren wir fast immer miteinander“, erklärt Grabowski. Während der Weltmeisterschaft tauschen sie sich am Abend vor dem Wettkampf noch mal miteinander aus, „und am Wettkampftag selbst sogar zwischen den einzelnen Kämpfen“ .
Training umstrukturiert
Nach dem Turnier in Kasan habe sie das Training umstrukturiert, mit Partnern aus der Umgebung gekämpft. Wettkampfpraxis fehle also nicht. Die rechte, operierte Schulter macht zwar leichte Probleme, „aber das ist ja keine ungewohnte Situation. Das kenne ich schon zur Genüge“.
Grabowski steigt am Samstag gegen die Serbin Milica Zabic in Runde eins der Klasse über 78 Kilogramm ins WM-Turnier ein. „Ich will mein Bestmögliches abrufen und hinterher mit einem guten Gefühl nach Hause fahren. Dann sehen wir mal, was dabei rauskommt“, meint sie zu ihren Zielen.
Nach der WM hat sie zudem eine Woche frei. „Da will ich mal wieder meine Eltern und die Pfalz besuchen“, sagt die gebürtige Speyerin voll Vorfreude.