Speyer Jüdische Kultusgemeinde: „Polizei ist immer vor Ort“

Jüdisches Leben in Speyer: Gemeindezentrum mit Synagoge Beith-Schalom am Weidenberg.
Jüdisches Leben in Speyer: Gemeindezentrum mit Synagoge Beith-Schalom am Weidenberg.

Der seit dem israelischen Angriff auf den Iran nochmals verschärfte Nahostkonflikt hatte bisher keine direkten Auswirkungen auf die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz mit Sitz am Speyerer Weidenberg. Es habe ihres Wissens keine Drohungen gegen oder gar Übergriffe auf Gemeindemitglieder gegeben, sagte Geschäftsführerin Marina Nikiforova am Montag auf Anfrage: „Zum Glück.“ Die Bedrohungslage habe sich auch nach der Festnahme eines mutmaßlichen iranischen Spions in Berlin, der jüdische Einrichtungen ausgespäht haben soll, immerhin nicht verschlimmert. Sie habe sich allerdings auch nicht verbessert. „Die Polizei ist immer vor Ort, wenn wir Feierlichkeiten oder Gottesdienst haben.“

Die Mitglieder der rund 570 Köpfe zählenden Pfälzer Kultusgemeinde seien das erhöhte Gefährdungspotenzial leider bereits gewohnt. „In der Öffentlichkeit geben wir uns schon lange nicht mehr als Juden zu erkennen. Die Männer tragen keine Kippa, die Frauen keinen Davidstern“, so Nikiforova. Einige Schreckmomente hätte Gemeindeangehörige zu überstehen gehabt, die während des zwölftägigen Kriegs mit dem Iran in Israel weilten. „Sie mussten mehrmals Unterschlupf in Schutzräumen suchen und immer schauen, dass sie sich nicht zu weit davon entfernen“, berichtet Nikiforova. Zudem habe sich die Rückkehr der Pfälzer Reisenden verzögert. Man habe sich gegenseitig stets im Blick: „Wir sind wie eine große Familie.“

Die Jüdische Kultusgemeinde unterhält in der Pfalz drei Gemeindezentren in Speyer, Ludwigshafen und Kaiserslautern sowie zwei Synagogen, je eine in Speyer und in Kaiserslautern. Im Umkreis des Betzenbergs leben mit rund 280 die meisten Gemeindemitglieder.

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