Speyer
Ist der Weg zur Woogbachschule für die Schüler zu gefährlich?
Während der Wintermonate herrschte rund um die Woogbachgrundschule täglich Hochbetrieb. Hol- und Bringverkehr beherrschte das Bild, gefährliche Situationen inklusive. Doch nicht nur die Zustände vor der Schule werden beklagt. „Wir als Eltern haben mittlerweile echt Angst, unser Kind, welches wir aktuell noch zur Schule bringen, selbstständig in die Schule zu lassen“, schreibt der Vater eines Schülers, der in der Woogbachschule seit einem halben Jahr unterrichtet wird. Er äußert Kritik an der Stadt: „Sie unternimmt hier wohl nichts.“ Der Vater möchte seinen Namen nicht öffentlich nennen.
Er bezieht sich konkret auf die Situationen, die sich am Zebrastreifen, der auf der Ludwig-Uhland-Straße aufgebracht ist, ergeben. Diesen nutzt die Familie, um direkt in den Rainer-Maria-Rilke-Weg einzubiegen, in dem die Woogbachschule liegt. „Erstens fährt jeder zweite Autofahrer zu schnell. Zweitens hält keiner an, obwohl gesehen wird, dass dort Kinder stehen, welche die Straße überqueren wollen“, führt der Vater aus.
Kein Unfallschwerpunkt
Die Polizei entgegnet auf Anfrage, dass der Fußgängerüberweg in der Uhland-Straße aus ihrer Sicht unproblematisch sei. Das hätten mehrere Kontrollen durch Beamte der Polizeiinspektion Speyer in jüngerer Vergangenheit ergeben, sagt der zuständige Sachbearbeiter, Polizeihauptkommissar Marc Klenk. Er unterlegt dies mit Zahlen: „In einem Fünf-Jahres-Zeitraum seit dem 1. Januar 2018 hat sich kein Unfall an dem Fußgängerweg ereignet.“ Nur einen Schulwegunfall habe es in der Ludwig-Uhland-Straße gegeben, der durch eine neunjährige Schülerin selbst verursacht worden sie. Die Radfahrerin habe einen geparkten Pkw gestreift.
Weitere Mitteilungen, die darauf schließen lassen, dass der Zebrastreifen eine Gefahr darstellt, seien bei der Polizei nicht eingegangen. Rektorin Nicole Pospich hat bisher noch keine Beschwerde über die Schwierigkeiten an der Stelle erreicht, wie sie sagt. „Auch dem Schulelternbeirat war dahingehend nichts bekannt“, erklärt sie auf Nachfrage. Durchaus anhaltend sei die heikle Verkehrssituation an der Schule als solche. „Wir hatten Anfang März ein Gespräch mit der zuständigen Dezernentin Irmgard Münch-Weinmann und dem Ordnungsamt“, berichtet Pospich. Darin sei unter anderem zur Sprache gebracht worden, dass die Ampelschaltung an der Kurt-Schumacher-Straße zu kurz und das Kreuzen von Rad- und Fußweg dort problematisch sei.
Regelmäßige Kontrollen
Aktionen aus der Vergangenheit, bei denen auf Gefahren durch Elterntaxis hingewiesen wurden, hätten nicht nachhaltig gefruchtet. „Gerade in den Wintermonaten ist es schwierig und es gab auch durchaus einige gefährliche Situationen“, bestätigt Pospich. Eine Autofahrerin sei beim unrechtmäßigen Einfahren in die Stichstraße vor dem Schulhof erwischt worden und habe das mit Verkehrssünder-Punkten bezahlt.
In den zwei Wochen, in denen das Ordnungsamt kontinuierlich Kontrollen an der Woogbachschule durchführte, habe sich die Lage gebessert. Eine logische Folge, so die Schulleiterin. „Jetzt wird nicht mehr täglich, aber regelmäßig kontrolliert“, sagt Pospich. Schüleraktionen, die auf die durch Eltern selbst verursachte Verkehrsproblematik vor der Grundschule hinweisen, soll es vorerst nicht mehr geben. „Die Kinder wurden teilweise so böse angegangen, dass wir darauf verzichten“, erklärt Pospich.
Gemeinsam laufen statt gefahren zu werden
Untätig wird das Kollegium aber nicht sein. „Wir suchen Lösungen“, betont die Rektorin. Ihrer Ansicht nach ist das Thema nach der Pandemie nicht rechtzeitig wieder aufgegriffen worden. „Wir werden es wieder in den Unterricht aufnehmen, die Kitas dazu anhalten, mit den Vorschülern die Wege abzugehen und eine Abfrage unter den Schülern machen, wer wie zu uns kommt.“
Dass einige Eltern ihre Kinder am Haus Pannonia aussteigen lassen, so dass die nur den Woogbach überqueren müssen, weiß sie. Das führt mittlerweile dort auch schon zu komplizierten Verkehrsumständen. Deshalb sollen die Kinder aufgefordert werden, Laufgemeinschaften zu bilden. „Speyer-West ist groß. Daher bietet sich das an“, so Pospich. Hoffnungen setzt sie in den neuen Kinderstadtplan, der bald erscheinen soll.