Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Ist das Alkoholproblem im Verkehr hochprozentiger geworden?

Leider nicht in allen Fällen: Alkoholtest ohne Befund.
Leider nicht in allen Fällen: Alkoholtest ohne Befund.

Mit 2,03 Promille im Rinkenbergerweg unterwegs, mit 2,06 Promille auf der Salierbrücke gestürzt, mit 1,36 Promille an der L528 eingeschlafen – das sind nur drei Beispiele für Meldungen der Polizei über alkoholisierte Verkehrsteilnehmer, die in den vergangenen Wochen in Speyer auffällig waren. Ist das Alkoholproblem hochprozentiger als früher? Nein, sagt die Polizei: Zumindest die Anzahl der Verfahren im vergangenen Vierteljahr stelle „keine Besonderheit“ dar.

Von Anfang September bis Ende November haben Beamte der Speyerer Inspektion, die auch für Otterstadt und die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen zuständig sind, bei 52 Verkehrskontrollen Hinweise auf den Konsum von Alkohol oder Betäubungsmitteln festgestellt. „In allen Fällen wurden Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet“, so auf Anfrage Einsatz-Sachbearbeiter Marc Klenk. Zudem hätten sich bei sechs Unfällen Hinweise auf den Konsum von Rauschmitteln ergeben.

Zwar seien es im Jahr zuvor im selben Zeitraum nur 32 Fälle gewesen, sagt Klenk, 2022 aber ebenfalls 52. Der diesjährige Wert sei kein Ausreißer. Dazu komme, dass jede Trunkenheitsfahrt, unabhängig, ob sie alkohol- oder drogenbedingt ist, ein Problem darstellt: „Sie gefährdet die Sicherheit anderer.“ Ob etwa ein Alkoholwert über einer oder zwei Promille eine besondere Qualität im negativen Sinn darstellt, sei auch nicht pauschal zu beantworten: „Die Reaktion auf berauschende Mittel ist von Person zu Person unterschiedlich.“

Mangel an Verkehrsdisziplin

Stellt Alkohol im Straßenverkehr in Speyer ein größeres Problem dar als anderswo? Dazu kann Klenk keine Aussage treffen. Er erkennt aber einen „Mangel an Verkehrsdisziplin“ bei allen, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln bewusst den Zündschlüssel umdrehen. Alkohol- und Drogenkontrollen hätten für die Speyerer Polizei einen hohen Stellenwert. Es gebe in ihrem Zuständigkeitsbereich täglich entsprechende Kontrollen, zudem „gesonderte Einsatzmaßnahmen“. Ziel sei, „die Anzahl an Kontrollen auf einem dauerhaft hohen Niveau zu halten“.

Die Ergebnisse klingen nicht gut – und könnten im Advent mit Glühwein-Buden an jeder Ecke noch dramatischer werden. Zu dieser Befürchtung gibt Klenk jedoch Entwarnung: „In den vorigen Jahren war kein Anstieg der Fahrten unter Alkoholeinfluss zu Zeiten der Weihnachtsmärkte erkennbar. Es gibt daher für 2024 keinen Grund, das zu befürchten.“

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