Speyer Interview: Wie kann man Lorenz vertreiben?

RÖMERBERG. In Berghausen strolcht ein Fuchs herum. Er klaut Schuhe, schaut, was die Menschen machen und hat einen Namen: Lorenz. Kreisjagdmeister Bernhard Sona (60), der in Berghausen wohnt und auch dort jagt, sieht keinen Grund zur Panik: „Da muss man sich dran gewöhnen“, sagt er im Gespräch mit Kathrin Schnurrer.
Ja, manchmal, wenn ich abends eine Runde mit dem Hund drehe, sitzt er ganz frech vor dem Zehnthaus. Er ist ja vor allem rund um die kleine Hohl und die Kirche unterwegs. Aber am Friedhof wurde er auch schon gesehen. Und: Müssen Sie etwas unternehmen? Nein, es gibt ja keine Tollwut bei uns, wir sind ein Tollwut-freies Gebiet. Und außerdem ist während der Aufzucht der Jungfüchse, also von März bis August, Schonzeit. Da dürfen Jäger keine Füchse schießen. Ist Lorenz ein Jungfuchs? Nein, der ist schon älter. Was soll man machen, wenn der Fuchs am Hasenstall oder im Garten steht? Wenn er stört, sollte man ihn mit einem Stock vertreiben. Aber es ist eben so: Die Tiere passen sich an uns Menschen an, letztes Jahr hatten wir einen Dachs im Dorf, da muss man sich dran gewöhnen. Etwa 30 Prozent der Füchse sind mit dem Fuchsbandwurm infiziert. Das könnte problematisch sein, weil der Fuchs die Eier des Bandwurms ausscheidet. Und wenn die über Obst oder Gemüse in die Nahrung gelangen, können schwere Erkrankungen beim Menschen hervorgerufen werden. Was raten Sie? Obst und Gemüse aus dem Garten gut waschen. Aber das macht man ja auch, wenn man Heidelbeeren im Wald sammelt. (Archivfoto: Lenz)