Speyer
Interview: TuS Mechtersheims U23-Trainer über den Aufstieg
Herr Fischer, muss die U23 diese Saison mit aller Gewalt in die Fußball-Bezirksliga aufsteigen?
Wir müssen nicht, wir wollen. Da wir die vergangenen drei Jahre unter den Top drei waren, sollte es diese Saison klappen. Der Wunsch und das Wollen sind sehr groß.
Wie sehr haben Sie die Abbrüche genervt? Sie waren ja stets auf Aufstiegskurs mit Ihrer Mannschaft.
Es hat mich tierisch genervt. Wir haben eigentlich gute Spielzeiten hinter uns und wollten diese mit viel Zuversicht zu Ende bringen. Dennoch steht natürlich die Gesundheit im Vordergrund.
Wo müsste die U23 eines ambitionierten Oberligisten eigentlich spielen?
Vom Niveau her könnten wir Landesliga spielen. Das sehen wir an den Testspielergebnissen. Wichtig ist, dass die Verzahnung innerhalb des Klubs da ist, um wachsen zu können.
Beim 7:0 gegen den FV Berghausen in der vergangenen Woche waren mehrere Spieler aus der Oberliga-Mannschaft dabei. War das Wettbewerbsverzerrung?
Als Betroffener bellt man denke ich immer am lautesten. Was wir praktizieren ist, dass Spieler, die nicht zum Stamm gehören, Spielpraxis in der U23 sammeln. Das machen wir schon die letzten Jahre so. Natürlich ist der Unterschied zwischen Oberliga und A-Klasse groß. Aber andere machen das ja in den unteren Klassen auch, wenn Not am Mann ist oder wenn die Jungs Spielpraxis brauchen. Außerdem waren das keine Spieler, die absolute Stammkräfte in der ersten Mannschaft sind. Es waren Jungs, die in letzter Zeit einfach zu kurz kamen.
Sie haben eine Vergangenheit beim FV Berghausen, wurden dort mitten im Abstiegskampf der Bezirksliga entlassen. War das 7:0 nach der Niederlage im Hinspiel Genugtuung?
Nein, ich habe ja eine Vergangenheit beim FV Dudenhofen. Auch da haben wir ein Spiel gewonnen und eins verloren. Jede Niederlage ist bitter, vor allem wenn du solche Ziele verfolgst wie wir. Jeder Sieg dagegen ist schön. Wir haben einfach gezeigt, dass wir nicht abgeschrieben sind.
Ihre Mannschaft ist sehr jung. Wünschen Sie sich manchmal auch ältere Spieler?
Aufgrund der Erfahrenheit wünsche ich mir schon mal einen extrovertierten Führungsspieler. Das schadet nie. Dennoch ist das unser Weg, den wir gehen wollen. Ich freue mich, dass unsere Arbeit Früchte trägt, auch bekommen wir immer Nachschub – was junge Spieler angeht.
Wieso geben Sie dann trotz der großen Qualität in der Mannschaft immer mal wieder Punkte ab?
Auf einem sauberen Geläuf hat meine junge Mannschaft mit ihrer Dynamik und einer guten Physis über 90 Minuten große Vorteile. Gerade in den Spielen mit Derbycharakter gibt es aber den ein oder anderen Spieler, dem noch die Grundtugenden fehlen. Hier lässt sich dann wieder der Unterschied zwischen Jung und Erfahren erkennen.
Wie lange wollen denn Sie selbst noch auf dem Platz stehen?
So wie aktuell ist es gut. Ich bin der Lückenfüller
Werden Sie auch in der kommenden Saison noch Trainer beim TuS Mechtersheim sein?
Der Verein hat angedeutet, dass es demnächst zu Gesprächen kommen soll.
Ist es auch Ihr Ziel, irgendwann die erste Mannschaft beim TuS zu übernehmen?
Es wäre falsch zu sagen, dass es kein Ziel wäre. Ich entwickle mich Tag für Tag weiter und möchte irgendwann höherklassig trainieren. Wie hoch, das wird sich zeigen. Die Vereinsstrukturen und die eigenen Voraussetzungen müssen natürlich passen. Das ist ja auch das, was mich beim TuS überzeugt hat.
Wie beschreiben Sie die Spielweise ihrer Mannschaft?
Überlegt, kontrolliert, selbstbewusst.
Louis Gimmy ersetzte vor der Saison Ihren Bruder Kevin als Co-Trainer. Wie klappt’s?
Ich bin sehr zufrieden. Er macht einen tollen Job und geht gut vorbereitet in jede Einheit. Die Harmonie stimmt. Der Austausch, auch mit Spielleiter Christoph Magin, ist eng. Es könnte fast nicht besser sein. Die Bindung sowie die Nähe zum Bruder kann dir natürlich keiner geben, aber es ist absolut top.