Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Handball-Ass Lea Stoffel

Zurück in Römerberg: Lea Stoffel.
Zurück in Römerberg: Lea Stoffel.

Lea Stoffel (19) aus Berghausen spielt Handball beim Oberligisten TSV Kandel. Das Rückraum-Ass war drei Jahre in Dänemark und machte sein internationales Abitur. Im Interview mit Nico Henrich spricht sie über ihren neuen Trainer, die Zukunft und erklärt, was ihr aktuell keinen Spaß macht.

Ihr Trainer beim TSV Kandel beschreibt Ihren Spielstil als dänisch. Was meint er?
Ich denke, er meint das Antizipieren in der Abwehr und das schnelle Spiel. Ich hatte keine Probleme, mich an das schnelle Spielsystem von ihm zu gewöhnen, da ich das schon aus Dänemark kannte.

Wieso sind Sie nach Kandel gewechselt?
Sie haben sich sehr um mich bemüht. Die Mädels sind auch alle sehr nett. Der Trainer lässt ein attraktives Spielsystem spielen, und wir wollen in die Dritte Liga. Ich würde mich freuen, wenn ich dabei helfen kann. Ich will hier Spaß haben, mich weiterentwickeln und Erfolg mit dem Team haben.

Wo wollen Sie langfristig hin?
Wenn es mir in der Oberliga Spaß macht, dann in die Oberliga. Wenn es mir in der Bundesliga Spaß macht, dann da. Alles muss sich mit meinem Studium vereinbaren lassen. Ich möchte nicht, dass der Handball mein Leben definiert. Es soll sich eher an meinen Werdegang anpassen. Ich kann mir vorstellen, auch wieder ins Ausland zu gehen. Mir stehen alle Türen offen. Eine Rückkehr nach Dänemark ist nicht ausgeschlossen.

Sie schwärmten schon in früheren Gesprächen mit der RHEINPFALZ von Ihrem Aufenthalt dort. Was waren die Höhepunkte?
Auf jedem Fall die Schul-WM in Katar, auch die Heim-WM in Dänemark und Deutschland der Herren 2019, ich habe neue Leute kennengelernt, und durch das internationale Abitur stehen mir alle Türen offen. Dänemark war sicherlich ein komplettes Highlight. Zu Spielerinnen und Trainern habe ich auch noch Kontakt, genauso zu meiner Gastfamilie und zu meiner Dänisch-Lehrerin, vor allem aber zu meinen Freunden aus der Schule und meinem Freund.

Jetzt erleben Sie wieder den deutschen Handball. Was ist anders als in Dänemark?
Ich denke, dass es bei einem anderen Verein gravierender wäre. Das Spielsystem hier ähnelt dem dänischen. Die individuelle Weiterentwicklung ist in Dänemark wichtig. Das ist in Kandel genauso. Unser Trainer macht auch Einzel- und Positionstraining mit uns, was ich echt super finde.

Können Sie Aspekte aus Dänemark einbringen?
Dadurch, dass unser Spiel immer so schnell ist, bekommen wir manchmal keine Ruhe. Wenn es mal eng ist, brauchen wir das. Durch unsere Überlegenheit in der Liga ist das aber wahrscheinlich eher kein großes Thema.

Wie sehr schränkt Sie die Corona-Pandemie ein?
Sehr, wir können nicht trainieren. Donnerstags machen wir immer ein Online-Workout mit dem Team. Wir halten uns selbst fit und müssen selbstständig Zirkeltraining machen und laufen gehen. Es macht keinen Spaß. Der soziale Aspekt fehlt sehr. Außerdem weiß niemand so richtig, wann es weitergeht. Auch dann müssen wir erst mal anfangen zu trainieren. Als erster Schritt wäre es schön, die Mannschaft mal wieder zu sehen. Ich vermisse den Handball. Es ist schon frustrierend.

Haben Sie noch Kontakte zu Ihrem ehemaligen Verein TuS Heiligenstein?
Ich spiele mit zwei Spielerinnen in Kandel zusammen, die beide beim TuS gespielt haben. Rebecca und Franzi Brecht. Außerdem bin ich noch als Schiedsrichterin für Heiligenstein gemeldet.

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