Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Innenstadt: Barrieren sollen weichen

Bisher mit Problemen für Rollstuhlfahrer verbunden: Überwinden der Bordsteinkante vor dem Postgalerie-Podest.
Bisher mit Problemen für Rollstuhlfahrer verbunden: Überwinden der Bordsteinkante vor dem Postgalerie-Podest.

Der Weg durch Speyers Innenstadt soll wieder barrierefreier werden. Die Stadt kündigt Nachbesserungen am Postgalerie-Podest und beim Zugang des Modeladens Only an.

Only hat in der Maximilianstraße 27 vor vier Wochen frühere Räume des Haushaltswarengeschäfts Christmann bezogen. Der Hauseigentümer hatte zuvor Umbauten veranlasst, sodass der Kundenzugang nach vorne verlegt wurde. Seither wird er von der Maximilianstraße über eine Rampe erschlossen. Daran regt sich Kritik: Diese sei zu steil und könnte zur Rutsch- oder Stolperfalle für Passanten in der Fußgängerzone werden. Die Stadt bestätigte den Eindruck, prüfte aber zunächst noch.

Das Ergebnis stellte jetzt der zuständige Fachbereichsleiter Robin Nolasco auf FDP-Anfrage im Stadtrat vor: „Die Ausführung muss angepasst werden.“ Es stünden Gespräche mit dem Bauherrn an, in denen es um eine „einwandfreie Lösung“ gehe. Genehmigt gewesen sei nur ein Gefälle von bis zu sechs Prozent, geworden seien es jedoch – offenbar auch wegen falscher Pläne – an der am stärksten betroffenen Stelle knapp zehn Prozent. Das sei gefährlich, bestätigte Nolasco eine Einschätzung unter anderem der städtischen Behindertenbeauftragten. Einen Umbau müsse der private Vorhabensträger bezahlen.

Rückbau steht an

Ein teilweiser Rückbau steht auch am Postplatz an: Das Podest des Lokals „Wilma Wunder“ vor der Postgalerie wird um rund einen Meter gekürzt, um davor wieder einen sicheren Durchgang zu gewährleisten. Die Stadt hatte den Bau auf Grundlage einer älteren Vereinbarung genehmigt, jedoch hätte die damalige Planung erst nach Umbau des Postplatzes greifen sollen. Folge: Durchgang versperrt, Ausweichen auf die Fahrbahn erforderlich. Die lange angekündigte Kürzung sei nun für die Woche ab 22. September geplant, kündigte Fachbereichsleiter Nolasco auf Anfrage der Freien Wähler an.

Die Politik hätte sich zwar zum Teil eine stärkere Kappung oder einen kompletten Abbau des Podests gewünscht. Nolasco betonte jedoch, der künftige Durchgang – zwischen 1,25 und 4,50 Meter breit – werde auch für Passanten mit Kinderwagen oder Rollatoren ausreichen. Für Speyerer und Speyer-Besucher seien am Postplatz weitere Verbesserungen geplant: Die Stadt kündigte eine Sanierung der schadhaften Fahrbahn am Übergang Bahnhof-/Gilgenstraße an. Außerdem solle die Gestaltung der Postplatz-Freifläche, um die es schon öfter ging, wieder angepackt werden.

Konzept für Parkplätze

Weiterer Handlungsbedarf wurde auf Antrag der Freien Wähler beschlossen: Die Stadt soll ein Konzept zum Abstellen von Fahrrädern und Motorrädern am Postplatz und in der Umgebung erarbeiten. Es gehe um Stellplätze in ausreichender Anzahl und ein schöneres Erscheinungsbild. Heute werde etwa die Mittelinsel des Platzes allzu oft mit Zweirädern zugestellt, so Freie-Wähler-Chef Claus Ableiter. Auch das gehe auf Kosten der Barrierefreiheit.

Die Stadtverwaltung sah die Notwendigkeit dafür nicht, weil sie gerade weitere Pläne für Fahrradabstellanlagen in der Maximilianstraße vorgestellt habe. Die Freien Wähler erhielten mit ihrer Argumentation, es gehe nicht nur um Abstellbügel, sondern auch um größere Flächen und eben ein Gesamtkonzept, eine knappe Mehrheit. CDU, FDP, SWG, Freie Wähler und AfD sagten Ja. 17 zu 15 lautete am Ende das Abstimmungsergebnis.

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