Hintergrund RHEINPFALZ Plus Artikel Impfquote: Die 75 Prozent sind wohl noch nicht erreicht

Piks für Fahrer und Beifahrer: Bei den Großimpfaktionen in der Auestraße blieben die Impflinge im Auto sitzen.
Piks für Fahrer und Beifahrer: Bei den Großimpfaktionen in der Auestraße blieben die Impflinge im Auto sitzen.

Sind bereits drei Viertel der erwachsenen Speyererinnen und Speyerer vollständig gegen Corona geimpft, wie eine Landesstatistik nahelegt? Genau ist er nicht zu beziffern, aber der Wert ist wohl etwas niedriger.

Die Stadt hatte diese Woche berichtet, dass Speyer mit 75,7 Prozent Erstimpfungen und 74,6 Prozent Zweitimpfungen bezogen auf die Bevölkerung ab 18 Jahre in Rheinland-Pfalz am besten dastehe. Das Landesmittel liegt laut Impfdokumentation vom Montag „nur“ bei 67 beziehungsweise 57,2 Prozent. Die Quelle dieser Zahlen ist eine Statistik, die die schützenden Spritzen gegen Corona im Impfzentrum, bei Betriebs- und niedergelassenen Ärzten zusammenzählt.

Das Problem: Bei den Hausarztimpfungen wird angenommen, dass der Impfort auch der Wohnort des Impflings ist. Das ist nicht immer der Fall. Insgesamt könnte es sich ausgleichen, da Speyerer auch anderswo geimpft werden, etwa am Arbeitsort. In Speyer gab es aber „Sonderfaktoren“ in dieser Kategorie: drei Großimpftage des Versorgungszentrums (MVZ) Professor Haupt im Gewerbegebiet mit rund 4000 Geimpften, die zu großen Teilen von auswärts kamen.

Viele kommen von auswärts

Das MVZ hat inzwischen nach Angaben von Inhaber Gerald Haupt gut 7000 Personen gegen das Coronavirus geimpft. Bei der ersten Impfaktion in der Auestraße seien 349 von 1500 Teilnehmern aus Speyer gekommen, insgesamt kämen die MVZ-Impflinge zu 60 bis 70 Prozent aus Speyer und einem Umkreis von zehn Kilometern sowie zu 90 Prozent aus einem 30-Kilometer-Radius, schätzt Haupt.

17.284 vollständige Impfungen in Speyer erfolgten laut Landesstatistik bei Hausärzten, 12.164 im Impfzentrum, rund 2000 weitere wären Betriebsärzten zuzurechnen (Stand: 26. Juli). Alleine für das Impfzentrum und einen Teil der Betriebsärzte legt das Land auch eine Altersverteilung der Impflinge vor. Sie deutet an, dass die drei Viertel Impfquote für viele Altersgruppen noch nicht erreicht ist, wohl auch in Summe mit den Hausarztimpfungen. So waren im Impfzentrum und bei Betriebsärzten zwar etwa 65,7 Prozent der Speyerer zwischen 70 und 74 Jahren vollständig geimpft worden, aber schon bei den 65- bis 69-Jährigen nur 28 Prozent. In allen Gruppen zwischen 25 und 59 Jahren lagen diese Quoten am Montag zwischen 20 und 30 Prozent. Am „fleißigsten“ war das Zentrum bei den 80- bis 84-Jährigen mit 83,6 Prozent.

Offene Angebote

Impfungen sollen in Zukunft noch einfacher werden: Das Impfzentrum in der Stadthalle zum Beispiel ist ab Montag für alle Erwachsenen geöffnet, Haupts MVZ am Mittwoch, 4. August, auch für ab Zwölfjährige mit eigenem und Eltern-Einverständnis.

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