Speyer „Im Sinne der Bürger handeln“
„Ich bin überzeugt, dass wir auch in diesem Jahr gemeinsam viel für die Weiterentwicklung unserer Gemeinde tun können. Mögen wir auf politischer Ebene auch oft unterschiedlicher Auffassung sein, so sollte uns doch die Verbundenheit mit Schwegenheim immer wieder mahnen, im Sinne unseres Wahlauftrags durch die Bürger zu handeln und persönliche Befindlichkeiten zurückzustellen.“ Das hat Ortsbürgermeister Peter Goldschmidt (SPD) beim Neujahrsempfang gestern Abend im Bürgerhaus betont.
Die Kommune stehe gut da: „Diesen Erfolgskurs wollen Gemeinde wie Verwaltung fortführen. Wir werden alles daransetzen, Schwegenheim weiter nach vorn zu bringen und dafür sorgen, dass noch mehr Bürger gute Lebensperspektiven erhalten.“ Denn: Nicht alle hätten vom Arbeits- und Wirtschaftsboom profitiert. „Mir ist sehr wichtig, dass niemand abgehängt wird. Wir haben die Anliegen und die Probleme aller Bürger, Vereine und Unternehmen im Auge“, sagte der Ortsbürgermeister. Schwegenheim solle ein Ort für alle zum Lernen, Wohnen und Arbeiten sein. „Und wir wollen unsere Gemeinde für die nächste Generation gut aufstellen.“ Oben auf der Agenda stünden Kinderbetreuung und Bildung: „Wir stehen zu unserer Verantwortung, allen Schwegenheimer Kindern viel Förderung und eine gute Bildung zu vermitteln sowie die Eltern dabei zu unterstützen, Beruf und Familie zu verbinden“, sagte Goldschmidt. Er kündigte noch mehr Bürgerbeteiligung an: „Dem Rat und mir liegt viel daran, interessierte Schwegenheimer bei Planungen früh und umfassend einzubeziehen.“ Bürgerbeteiligung setze Ideen frei, fördere die Akzeptanz von Projekten, schaffe Transparenz sowie Vertrauen in Politik und stärke damit Demokratie. Zur lebendigen Demokratie gehöre Meinungsstreit, keine populistische Stimmungsmache. Es gehe darum, mit Argumenten zu operieren, die Auffassung anderer zu respektieren: „Das ist Voraussetzung, um gemeinsam um gute Lösungen zu ringen und tragfähige Kompromisse finden zu können.“ Trotz unschöner politischer Auseinandersetzungen gebe es im Ort viel Gemeinsinn: „Wir können uns glücklich schätzen, dass sich viele Menschen bürgerschaftlich engagieren: Was sie auch tun, sie machen den Ort freundlicher, stärken den Zusammenhalt“, betonte der Ortschef. Die Projekte 2018: Im Gebiet „Nördlich der Rappengasse, Teil B“ warte die Ortsgemeinde auf das Ergebnis der Umlegung – und der Bebauungsplan „Nördlich der Rappengasse, Teil C“ soll auf den Weg gebracht werden. Um die Bebauung „Östlich des Mühlwegs“ realisieren zu können, hofft Goldschmidt, dass die Fortschreibung des Flächennutzungsplans dieses Jahr abgeschlossen werde. Die Verkehrssicherungspflicht für die 1200 Bäume im Ort sei eine schwierige, kostenintensive Aufgabe: „Ich appelliere an die Verantwortlichen, nicht für viel Geld gesunde Bäume zu fällen, sondern sorgfältig abzuwägen und auf die mögliche Erhaltung hinzuarbeiten.“ In seiner Rede spannte Goldschmidt einen Bogen von der Kommunal- zur Weltpolitik. Angesichts zunehmenden Terrors sagte er: „Es ist bewundernswert, wie die Menschen in betroffenen Städten und Ländern zusammenstehen, an ihrem freiheitlichen Lebensstil festhalten. Auch bei uns wurde mit Besonnenheit reagiert. Wir sind ein weltoffenes, tolerantes Land geblieben.“ Er betonte: „Europa hat seine Probleme, aber der Europa-Gedanke ist nicht tot: Er lebt und findet neue Anhänger, wie ,Pulse of Europe’ zeigt.“ Das sei ein gutes Signal: „Es lohnt sich, für Europa einzutreten, die Werte hochzuhalten“, sagte Goldschmidt. Von einer neuen Bundesregierung erwartet er, dass sie „den jüngst eingeschlagenen Kurs nachdrücklicher verfolgt“, Kommunen stärker finanziell entlastet. Weil sie Deutsche Vize-Meisterinnen im Geräteturnen bei „Jugend trainiert für Olympia“ wurden, hat Goldschmidt Alea Degen und Lina Zimpelmann, die von Conny Wolff trainiert werden, geehrt. Die Blaskapelle, der Männergesangverein, Janina Steinbach und Sebastian Müller sowie die Sternsinger gestalteten den Empfang. Der FCK-Fanclub hatte den Ausschank übernommen, Malerin Monika Kuhn Bilder ausgestellt. Weil die Pfälzer Maler in den Wintermonaten den Dorfgemeinschaftsraum nutzen, überreichte deren Vorsitzender Alois Wintergerst eine Spende von 250 Euro für die Bürgerstiftung. Und Dekan Jörg Rubeck gab den Gästen des Neujahrsempfangs ein Grußwort mit auf den Weg: „Was wir an Weihnachten gefeiert haben, muss sich im Alltag bewähren. Gott ist dabei, er geht mit.“