Speyer Im Oktober soll alles fertig sein

„Stresstest bestanden: Das Dach hat dem Regen Stand gehalten.“ Mit diesen Worten hat Gewo-Geschäftsführer Alfred Böhmer am Samstag zahlreiche Stadtpolitiker, Anwohner und Beteiligte im Rohbau des künftigen Gemeindepsychiatrischen Zentrums (GPZ) inklusive Post und Einkaufsangebot an der Lessingstraße zum „Dachdichtfest“ begrüßt.
In Ermangelung eines herkömmlichen Daches habe eine Mitarbeiterin mit dem „Dachdichtfest“ den an den Flachdachbau angepassten Begriff gefunden, erklärte Stadtberater Sven Fries auf RHEINPFALZ-Nachfrage die neue Wortschöpfung. „Sonst ist alles wie beim Richtfest.“ Als „Projekt für die gesamte Vorderpfalz“ bezeichnete Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU) das Fünf-Millionen-Euro-Vorhaben, dessen Vollendung in Kürze bevorstehe. Begonnen haben die Arbeiten, wie berichtet, mit dem Abriss des ehemaligen Einkaufsmarktes im Juni 2012. Er rechne in der zweiten Oktober-Hälfte mit der offiziellen Eröffnung, kündigte Böhmer an. Bis dahin soll nach seinen Angaben in der Hälfte der knapp 1000 Quadratmeter Nutzfläche im Erdgeschoss eine „Nahversorgungskonstruktion“ einziehen, deren Einzelheiten gerade mit dem benachbarten VFBB abgesprochen würden. Es gebe Überlegungen zur Eröffnung eines Integrationsbetriebs, so VFBB-Geschäftsführerin Doris Eberle zur RHEINPFALZ. Die zurzeit in die Quartiersmensa ausgelagerte Postfiliale ziehe bis zum Spätjahr zurück an ihren angestammten Platz in der Lessingstraße und damit unter ein Dach mit Einkaufsgelegenheit und GPZ, so Böhmer. Mehr Parkplätze als zuvor gebe es allerdings für Anlieger nicht. „Die zusätzlichen gehören den GPZ-Mitarbeitern.“ 1400 Quadratmeter in den eineinhalb Etagen darüber seien dem Gemeindepsychiatrischen Zentrum vorbehalten. „Die Anwohner haben uns mit offenen Armen empfangen“, berichtete Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke von einer positiven Resonanz. „Gemeinsamkeit hält die Seele gesund“, erklärte er das Konzept, das Wohn-, Begegnungs- und Hilfsangebote für Bürger mit psychischen Einschränkungen aus Speyer und dem südlichen Rhein-Pfalz-Kreis beinhalte. „Ab 1. November werden sie eine neue Heimat in Speyer-West finden.“ Im GPZ sollen demnach Tagesstätte, Kontaktstelle, Ambulante Hilfen und betreutes Wohnen unter dem GPZ-Dach sowie in umliegenden Wohnungen entstehen. (kya)