Stadtgeschichte(n) Im Mai 1450 brennt der Speyerer Dom

Das heutige Bild ist über die Jahrhunderte entstanden: Speyerer Dom.
Das heutige Bild ist über die Jahrhunderte entstanden: Speyerer Dom.

Im Mai 2022 sind Eulen ein Thema am Speyerer Dom. Im Mai des Jahres 1450 gab es ganz andere Probleme: In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai standen große Teile des Domes in Flammen. Zwei Domvikare und ein Orgelmeister waren Stunden zuvor damit beschäftigt gewesen, die defekte Domorgel zu reparieren. Wie sich schon bald herausstellte, hatten alle Drei während ihrer Arbeit dem Wein zu stark zugesprochen. Bei ihrem Abstieg vergaßen sie das Kohlenfeuer, das munter weiterbrannte. Bald schon griffen die Flammen auf die Orgel und auf die Chorseile über. Die westliche Kuppel wurde nicht verschont, „Glocken und Bleidach schmolzen“, schreibt Willi Alter in der „Geschichte der Stadt Speyer“.

Dem Brand zum Opfer fielen neben dem Gebälk des Langhauses auch die Sparren der Ostkuppel sowie die beiden seitlichen Chöre. Zerstört wurde auch die Vorhalle mit den kaiserlichen Privilegien. Das steinerne Gewölbe und das Mauerwerk der Türme hielten den Flammen stand. Das Innere blieb weitgehend verschont. Gegen 4 Uhr am frühen Morgen ließ das Feuer nach.

Die Bereitschaft der Bevölkerung, die Brandfolgen zu beseitigen, war in der Folge groß. Eine vom Papst angeregte Sammlung im gesamten Reich brachte 20.600 Gulden. Der Wiederaufbau konnte beginnen. Er war 1453 abgeschlossen. Zeitgenossen meinten, dass das Gotteshaus schöner geworden sei, als es zuvor war. Fünf neue Glocken wurden gegossen. Die neue Orgel kam aus Nürnberg. Das Strafmaß, mit dem die drei Brandverursacher bedacht wurden, ist nicht bekannt.

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