Speyer Im Geschichtsbuch geblättert: Auswirkungen eines Vulkans

Das Kreuz im Kirchenweg in Heiligenstein ist 1816 aufgestellt worden, das Kreuz im Marxenweidenweg in Berghausen 1817. Helge Harder vom Römerberger Verein für Heimat- und Brauchtumspflege hat sich Gedanken gemacht über die historische Einordnung. Er berichtet: „Hierzu muss man wissen, dass das Jahr 1816 aufgrund kurzfristiger Klimaveränderungen in die europäische und nordamerikanische Geschichte als das ,Jahr ohne Sommer’ einging. Neben den extrem niedrigen Temperaturen in den Sommermonaten kam es gehäuft zu schweren Unwettern, die erhebliche Missernten und Hungersnöte in den betroffenen Regionen nach sich zogen. Für diese kurzfristige Klimaveränderung, die bis 1819 andauerte, kennt man heute die Ursache, die tausende Kilometer entfernt lag. Was war passiert? 1815 brach in Indonesien der Vulkan Tambora aus und schleuderte hierbei ungeheure Gasmengen (überwiegend Schwefelverbindungen) in die Atmosphäre. Nach etwa einem Jahr erreichten Teile der Gaswolke unsere Regionen und absorbierten hierbei – obwohl selbst für die Menschen nicht wahrnehmbar – soviel Sonneneinstrahlung, dass es zu dem beschriebenen Klimawandel kam. Ich denke daher, es ist nicht abwegig anzunehmen, dass beide Kreuze von den Stiftern infolge der Notzeiten errichtet wurden und somit ihre Existenz einem Vulkanausbruch in Indonesien verdanken. Falls nicht, ist es wenigstens eine schöne Geschichte.“ (rhp)