Speyer
Illegaler Welpenhandel: Nach Hausdurchsuchung vier Hunde sichergestellt
Der 45-Jährige hatte sich sicherlich auf den jungen Zwergpudel gefreut. Er war über eine Online-Kleinanzeige auf das Angebot in Speyer aufmerksam geworden, informierten Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Als es dann zur Übergabe des Tieres in Speyer kommen sollte – laut Polizeisprecherin Elisabeth Bender am vereinbarten Treffpunkt „an der Straße“ und nicht etwa an einem Zwinger –, sei er misstrauisch geworden.
Der 20-jährige Verkäufer habe bei der Übergabe keinerlei Papiere zu dem Welpen vorweisen können. Das sei für den Interessierten der Anlass gewesen, die Polizei zu verständigen. Was folgte, war ein Zugriff der Ordnungshüter: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankenthal hätten Polizeikräfte einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des jungen Mannes in Speyer vollstreckt. Der Bericht: „Hierbei konnten zwei weitere Welpen, Bargeld, das Mobiltelefon des 20-Jährigen, Kaufverträge sowie zwei vermutlich gefälschte Internationale Impfausweise und der zweijährige Hund des 20-Jährigen aufgrund fehlendem Impfschutz sichergestellt werden.“
Verdacht: Aus dem Ausland
Der 20-Jährige sei erkennungsdienstlich behandelt worden. Gegen ihn werde nun wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug und Verstoß gegen das Tiergesundheitsgesetz ermittelt. Es drohe ihm eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Es bestehe der Verdacht, dass die Welpen aus dem Ausland stammten und nicht ordentlich geimpft seien, erläutert Polizeisprecherin Bender. Sie gehörten nicht etwa einem Wurf, sondern verschiedenen Rassen an. Das mutmaßliche Herkunftsland und das Alter seien nicht bekannt.
Welpen könnten durchaus legal verkauft werden, erklärt die Polizei. Dafür sei aber einiges zu beachten. So dürften die Tiere erst im Alter von mindestens acht Wochen abgegeben werden. Hunde, die aus dem EU-Ausland nach Deutschland zum Handel verbracht werden, müssten mindestens 15 Wochen alt sein. „Vor dem Kauf des Tieres sollte man den Hund einem Tierarzt vorstellen oder sich Kopien tierärztlicher Atteste geben lassen“, so die Beamten. Sie raten grundsätzlich, auf Gesundheitsmaßnahmen wie Impfungen, einen aktuellen EU-Heimtierausweis, Chippen des Welpen und rassespezifische Voruntersuchungen, etwa von Herz und Hüfte, achten.
Tipps der Ermittler
Bei Angeboten in Onlineportalen und Kleinanzeigen mahnen die Ermittler zur Vorsicht. Es sollte ein Kaufvertrag entworfen und fachmännisch geprüft werden, gerade wenn es um Vorab-Zahlungen gehe. Die Personalien der Verkäufer sollten notiert oder abfotografiert werden. Ein weiterer Tipp: „Keine Hunde an zwielichtigen Orten wie Autobahnraststätten, Hinterhöfen oder ähnlichen Orten kaufen.“ Unseriöse Händler oder Züchter sollten beim Veterinäramt, dem übergeordneten Landwirtschaftsministerium oder der Polizei gemeldet werden.
Kontakt
- Sachdienliche Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Ludwigshafen unter Telefon 0621/963-2773 oder E-Mail kiludwigshafen.k1.kdd@polizei.rlp.de entgegen.
- Nähere Informationen zur Betrugsvorbeugung im Netz: www.polizei-beratung.de.