Speyer „Ich hacke sehr gerne Apple-Geräte“

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Am Mittwoch und Donnerstag bietet der IT-Experte Erwin Markowsky Live-Hacking-Vorträge in der Stadthalle. Die Veranstaltung der Sparkasse Vorderpfalz stößt auf großes Interesse. Mit Rebecca Ditt hat der Hacker über Sicherheit und Unsicherheit im Netz gesprochen.

Herr Markowsky, mein privates Notebook hat eine Windows-Firewall, verstärkt durch eine Freeware-Firewall. Wie lange brauchen Sie, bis Sie auf meinem Rechner sind?

Das kommt darauf an, über welchen Weg ich Sie angreife. Nutze ich bekannte Sicherheitslücken in der von Ihnen verwendeten Software oder schleuse ich ein Schadprogramm durch einen infizierten E-Mail-Anhang bei Ihnen ein, dann dauert das Ganze nur ein paar Minuten. Können sich Privatpersonen gegen Hackerangriffe schützen, wenn sie keine zehn Rechner und noch einen Server zuhause haben, die sie vorschalten können? Privatpersonen können sich natürlich gegen Angriffe schützen. Ganz wichtig sind zum Beispiel Updates. Haben Computer, Tablet, Router und Smartphone immer die neusten Updates, sind damit auch jeweils aktuelle Sicherheitslücken geschlossen. Auch alle Programme, die sonst verwendet werden, sollten dringend auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Dazu eine Firewall und ein gutes Antivirenprogramm – und schon haben Hacker es deutlich schwerer. Doch der wichtigste Schutz ist: Hirn einschalten! Denn die beste Software hilft nicht, wenn wir Menschen sie umgehen, wenn auch unabsichtlich. Man sollte also immer ganz genau überlegen, was man anklickt oder aus welcher Quelle man etwas herunterlädt. Ist man mit dem Betriebssystem Linux am besten geschützt gegen Hackerangriffe? Sagen wir mal so, man ist sicherer, weil das Betriebssystem seltener verwendet wird. Generell werden Schadprogramme für alle Betriebssysteme hergestellt. Doch je verbreiteter eine Software ist, desto mehr lohnt sich das Programmieren von Viren, Würmern und Trojanern. Daher gehört Linux mit vergleichsweise geringer Verbreitung zu den weniger beliebten Angriffsopfern. Im Hinblick auf die begehrten mobilen Produkte von Apple: Wie anfällig ist deren Betriebssystem iOS? Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich Apple-Geräte sehr gerne hacke. Sie gelten in der Regel als sicher, doch dem ist nicht unbedingt so. Wie jedes Betriebssystem hat auch iOS regelmäßig Schwachstellen und Sicherheitslücken, die ausgenutzt werden können. Es ist gut, aber noch lange nicht sicher. Was halten Sie eigentlich von Internet-Banking? Ist das sicher? Online-Banking ist eine super Sache. Hier hängt die Sicherheit oft sehr vom Anwender ab. Wer ein sicheres Verfahren verwendet und aufmerksam ist, der ist durchaus sicher. Doch wer zum Beispiel sein Online-Banking übers Smartphone macht und sich auf das gleiche Gerät auch die TAN schicken lässt, der handelt fahrlässig. Würden Sie sich in einen Hotspot, also einen öffentlichen drahtlosen Internetzugriffspunkt, einloggen? Nur wenn ich ihn selbst gefälscht habe … nein, Spaß beiseite. Es kommt ganz darauf an, wo ich mich befinde und ob ich dem Betreiber des Hotspots vertraue. Wichtig ist, dass selbst oder besser gesagt vor allem sehr bekannte Hotspots gerne mal von Kriminellen gefälscht werden. Logge ich mich dann dort ein, weil mir der Name des Hotspots bekannt ist, ist es schon zu spät. Wie erkenne ich den Unterschied? Ein Indiz für einen unsicheren Hotspot ist eine Zertifikatswarnung. Tritt eine solche auf, nicht wegklicken, sondern sofort abbrechen. Was ist Ihrer Ansicht nach das sicherste Passwort? Das sicherste Kennwort ist das, das außer mir keiner kennt, das ich nicht aufgeschrieben habe und das alle vier Zeichentypen – Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen – enthält. Zudem sollte es mindestens zwölf Zeichen lang sein. Ein Kennwort, das diesen Regeln entspricht, ist für den privaten Gebrauch meist völlig ausreichend. Viele Menschen sagen, es sei ihnen egal, dass sie ausspioniert werden, beispielsweise die WhatsApp-Nachrichten mitgelesen werden. Was halten Sie dem entgegen? Meiner Meinung nach macht diese Haltung unfrei. Ich kenne niemanden, dem nicht im Hinterkopf herumspukt, dass das, was er da gerade schreibt, von einem Fremden mitgelesen werden könnte. Da überlegt sich doch wirklich jeder zweimal, was er schreibt oder welches Foto er schickt. Außerdem ist die Frage: Wird es immer egal bleiben? Was ist, wenn sich etwas ändert und man plötzlich „etwas zu verbergen hat“? Und nicht zu vergessen Big Data – wir machen uns und unsere Mitmenschen berechenbar. Je mehr Daten wir herausgeben, desto mehr Rückschlüsse können gezogen werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Werbeindustrie, die angepasste Werbung schickt. Doch wer uns so gut kennt und Böses im Sinn hat, der könnte damit anderes anrichten und Menschen unbemerkt manipulieren. Daher sehe ich diese „Ist mir doch egal“-Haltung sehr kritisch. Sie zeigen in Ihrem Vortrag live, wie Sie hacken. Welche Website ist besonders einfach, welche besonders schwer zu knacken? Dazu werde ich mich nun nicht äußern. Seien Sie nicht böse, aber so etwas verrate ich nicht. Zur Person Seit 2006 ist Markowsky als Referent für die Neustadter Firma 8com tätig. Neben Vorträgen bietet der zweifache Vater investigative Prüfungen der Datenverarbeitungssicherheit in Unternehmen an.

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