Speyer Hubertusmesse: Aufruf zur Freundlichkeit

DUDENHOFEN. Zur Hubertusmesse am Samstagnachmittag im Dudenhofener Wald hat der katholische Pfarrer Josef Metzinger die vielen Besucher auf ungewöhnliche Weise begrüßt. Seine Eingangsfrage: „Mit welchen Gefühlen seid ihr hier?“ Ihm selbst ging’s gut: „Ich bin gerne in der Natur, teile mich zu diesem Termin immer selbst ein.“ Zudem hatten sich am Tag zuvor drei Leute zum Kircheneintritt beim Pfarrer gemeldet.
Die Predigt Metzingers auf der Hochsitz-Kanzel war ein rasanter Gedanken-Ritt zwischen den Stichworten Leben und Tod – um nur einige weitere aufzuzählen – Hubertus, Karfreitag, Jesus, Glaube, Schöpfung, Menschsein, Amerika-Urlaub, und, und, und. „In die Zeit gedacht“, stellte Metzinger das Schicksal der Flüchtlinge in den Mittelpunkt: „Sie brauchen unsere Hilfe, suchen auf der Flucht vor Krieg und Extremismus bei uns Asyl und eine Insel der Sicherheit.“ Manche von denen, die ihre Herzen, Türen verschließen, die Fremden nicht hier haben wollten, missbrauchten die Religion, bauten um das christlich geprägte Abendland einen politisch-ideologisch motivierten Zaun: „Sie zitieren die Traditionen und Werte des Abendlands ohne sie selbst zu schätzen und zu leben.“ Der Pfarrer aus seiner persönlichen Erfahrung: „Ich habe vor Menschen anderer Kulturen keine Angst, bei Angehörigen aller Religionen Freunde.“ Zu den Werten einer menschlich-christlichen Haltung zählte Metzinger Liebe, Zuwendung, Zeit, Aufmerksamkeit: „Kümmern wir uns darum, dass jeder zu essen, zu trinken, ein Obdach hat.“ Jesus sei gestorben, um den Menschen ein Beispiel zu geben, dass es sich lohne, für die innere Überzeugung einzustehen. Metzinger zu den Gottesdienstbesuchern: „Schaut euch um, gebt euch ein Zeichen (Lächeln) wie schön es ist, was Gott uns geschenkt hat.“ Ortsbürgermeister Peter Eberhard begrüßte die Versammelten im Namen der veranstaltenden Kolpingfamilie: „Die Natur lehrt uns, alle sind gleich, jeder braucht jeden.“ Musikalisch begleitete die Jagdhornbläsergruppe die Messe. (län)