Handball
HSG Dudenhofen/Schifferstadt startet in erste Regionalligasaison
„Die Vorfreude auf die erste Regionalligasaison der Vereinsgeschichte steigt von Woche zu Woche. Das wird eine große Herausforderung für das Team und auch für mich als noch jungen Trainer.“ David Oetzel, Coach der Handballer der HSG Dudenhofen/Schifferstadt, fiebert wie alle der kommenden Spielzeit entgegen.
Der Aufsteiger debütiert am Freitag, 5. September, bei den VTV Mundenheim. Herausforderungen warten viele, nicht nur im sportlichen Bereich. Aber nach zwei souveränen Jahren mit nur jeweils einer Niederlage inklusive der Relegationsspiele ist die Pfalz- beziehungsweise Oberliga zu klein geworden. Mehr Physis, höheres Tempo, bessere Torsteher, Oetzel weiß aus eigener Erfahrung, was auf die Seinen zukommt: „Ich kenne die Liga noch sehr gut. Viele Freunde, ehemalige Mitspieler oder auch Gegner vergangener Tage sind immer noch aktiv oder ebenfalls in anderen Rollen tätig.“
Höhere Kosten
Für den Neuling steht der Klassenerhalt im Vordergrund. Er will sich schnellstmöglich etablieren. Organisatorisch ändert sich einiges, die Kosten steigen enorm. Für Auswärtsspiele überwiegend außerhalb der Pfalz werden zum Teil auch größere Busse eingesetzt. Die Spielorte liegen teilweise viel weiter entfernt in der Eifel, im Rhein- oder Saarland.
Die Heimspiele werden voraussichtlich alle in der Haßlocher Pfalzhalle ausgetragen. „Das ist bei all der Euphorie und Vorfreude natürlich besonders bitter“, ist für Oetzel der Heimvorteil beeinträchtigt. Aufgrund der Hallensituation in Schifferstadt und des Verbots, in Dudenhofen Ballhaftmittel zu verwenden, sehen sich die Verantwortlichen zu diesem Schritt genötigt. Die Kosten für die Nutzung und Reinigung der Pfalzhalle trägt die Spielgemeinschaft und verantwortet den personellen Mehraufwand.
Schleidweiler-Brüder
Sechs neue Spieler stehen im Aufgebot. Die Brüder Simon (28), Bastian (23, beide linker Rückraum) sowie Aaron Schleidweiler (26, Kreis), Daniel Thilmann (28, Rechtsaußen), Torwart Janik Kunz (27) bringen aus Mundenheim Regionalliga-Erfahrung mit. Niklas Weißbrod (30, SF Budenheim) hat bereits in den Aufstiegsspielen erfolgreich im Tor unterstützt. Jakob und Nils Chrust wagen den Sprung in die dritte Liga zur TSG Haßloch. Carsten Handl beendet seine Karriere.
Seit dem 18. Juni bereiten Oetzel, Co-Trainer Nils Eckhardt, Markus Kiese (Torleute) und Athletikcoach Walter Klein den aus Oetzels Sicht sehr homogenen Kader, in dem viele Spieler eine tragende Rolle übernehmen können, in vier Trainingseinheiten pro Woche vor. Nach sechs Wochen Schwerpunkt komplett auf dem Defensivbereich liegt der Fokus fortan mehr auf dem Angriffs- und Tempospiel.
Oetzel zufrieden
Viele Trainingsmatches und Turnierteilnahmen mit zum Teil hochklassigen Kontrahenten sorgen für die Integration der Neuen sowie den spielerisch-taktischen Feinschliff. „Die Ergebnisse in der Vorbereitung stimmen bislang“, ist Oetzel soweit zufrieden. An der Fitness und am Tempospiel wird bis zum Saisonstart noch gearbeitet.
Eine wichtige Rolle im Gefüge hat der Mannschaftsrat um Kapitän Chris Huber und Co-Kapitän Dominik Selinger, komplettiert mit Patrick Müller, Tobias Weinerth und Aaron Schleidweiler inne. Auch Bastian Schleidweiler übernimmt sofort viel Verantwortung. Linksaußen Finn Schutzius hat sich im Turnier in Heddesheim die Bänder im Sprunggelenk gerissen. Ob er zum Start zur Verfügung steht, ist fraglich.
Kunz und Weißbrod, die erfahrenen Back-up-Akteure zwischen den Pfosten, und Simon Schleidweiler (wohnt in Basel) stehen nicht in jedem Spiel zur Verfügung. Lorenz Worf könnte sich beruflich bedingt ins Ausland verändern. Taktisch werden höchstens Kleinigkeiten angepasst. „Ich erhoffe mir, dass alle der Mannschaft die Zeit geben, sich in einer neuen Liga mit einer komplett anderen Intensität zurechtzufinden“, appelliert Oetzel an die Geduld insbesondere des Umfelds. Sein Titelfavorit ist der HV Vallendar. Dahinter erwartet er ein breites, schwer einzuschätzendes Feld.