Speyer
Hockey: HC Speyer verzichtet auf Frauen-Hallenrunde
Wegen Personalproblemen hat der HC Blau-Weiß Speyer seine Damenmannschaft aus dem Hallen-Spielbetrieb der Ersten Verbandsliga zurückgezogen. Nach kräftigem Aderlass hat es nicht mehr gereicht, ein eigenes Team aufzubieten. Im Feld dagegen gibt es bereits eine Lösung.
SPEYER. In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Entwicklung im Speyerer Damenhockey zunehmend problematisch. Die Oberliga-Feldrunde 2017/18 endete mit dem Abstieg, die Hallensaison 2018/19 verlief nicht besser – hier ging es ebenfalls in die Erste Verbandsliga runter.
Folgende Stammspielerinnen stehen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr zur Verfügung: Torfrau Isabell Brauch (TV Alzey), Tabea Hördemann (SW Köln), Sandra Kohlmorgen (TSV Schott Mainz), Anna Heger (ASV München), Sophie Heger (Karlsruher HC), Carolina Hoffmann (Regensburg), Johanna Robuhm (unbekannt), Julia Wilhelm (Bonn), Mona König (Familie).
Nur noch sieben Aktive
Sportwart Otto Hördemann blieben noch sieben Aktive, die nun der Spielgemeinschaft angehören: Anne Dorwarth, Claire Hayes, Tessa Hoffmann, Hannah Kästel, Lotte Nickola, Franziska Vogel und Michaela Vojacek. „Nachdem die Mädels weiterhin Hockey spielen wollen und wir ihnen dazu auch die Gelegenheit geben wollten, haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen“, erläutert Hördemann den Schritt zur Spielgemeinschaft.
Als weiteren Grund führt er an, dass ansonsten im kommenden Jahr sieben bis acht Jugendliche ohne Mannschaft dagestanden hätten. Auch ihnen wollte der Verein eine Perspektive bieten und für die Spielrunde 2020/21 mit einigen Jugendlichen wieder eine eigene Mannschaft melden.
Trainings in Speyer und Worms
Die Feldspiele trägt das Team abwechselnd in Speyer und in Worms aus. Das Training findet in Speyer unter Leitung von André Schehl (HC) und in Worms mit den TG-Übungsleitern Sebastian Frenzel und Johannes Steuer statt. „Unsere gute Seele ist die Wormser Kollegin Claudia Krafczyk, die nicht nur als Mitspielerin die Mannschaft unterstützt, sondern sich auch darüber hinaus um vieles kümmert“, teilte Schehl mit.
Nach zunächst etwas holprigem sportlichem Beginn habe sich die Auswahl relativ schnell gefunden und weiterentwickelt. Schehl: „Abstimmung, Laufwege und taktische Vorgaben mussten wir einüben und umsetzen.“ Besonders wichtig und zielführend seien die übereinstimmenden Vorstellungen des dreiköpfigen Trainerteams.
„Volle Auswechselbank“
Auch menschlich verstünden sich die Mädels nach zunächst geäußerter Skepsis sehr gut. Mittlerweile fänden sie sich auch zu privaten Aktivitäten zusammen. Das Hauptziel bestehe darin, die unterschiedlichen Gruppierungen zusammenzufügen sowie den jungen Damen weiterhin Spaß am Hockey zu vermitteln. Auch der sportliche Aspekt solle nicht zu kurz kommen. Vorne mitspielen heißt die Devise. Als Titelfavoriten nennt Schehl TSG Kaiserslautern und TSV Schott Mainz.
Worms stelle den etwas umfangreicheren Kader, Speyer bringe einiges an spielerischer Qualität mit. Schehl begeistert insbesondere die stets „volle Auswechslungsbank“. Wegen der zahlenmäßigen Begrenzung seien die Trainer fast immer gezwungen, zwei bis drei Spielerinnen aus dem Kader zu streichen. Bisher erreichte die Auswahl um Kapitänin Alexandra Blume wechselhafte Ergebnisse. Siege gab es gegen RW Koblenz (1:0) und SV Waldalgesheim (3:0) - Niederlagen gegen TSG Kaiserslautern (1:3) und TSV Schott Mainz (0:1). Mit Rang drei hat sich das Team in die Winterpause verabschiedet.