Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Hochwasser als Belastung, aber „keine schwere Prüfung“

Überflutet: Der Auwald am frühen Sonntagmorgen.
Überflutet: Der Auwald am frühen Sonntagmorgen.

Bei 7,98 Metern war am Sonntagabend der Scheitelpunkt der ersten Hochwasserwelle erreicht. Die Hochwasserschützer ziehen eine positive Bilanz. Aber: In den nächsten Tagen könnte der Rhein nochmals ansteigen.

Am Sonntag um 21.15 Uhr war der vorläufige Höchststand des Hochwassers am Pegel Speyer mit 7,98 Metern erreicht. Seit Montag, 3.30 Uhr, meldet die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg langsam sinkende Wasserstände. 7,86 Meter waren es noch am frühen Montagabend. Nach einem weiteren Rückgang auf circa 7,60 Meter bis Dienstagmittag soll der Rhein dann bis Freitag wieder auf um die acht Meter ansteigen.

Ein Pegelstand in Speyer von 7,98 Metern bedeutet ein fünfjährliches Hochwasserereignis, so auf Anfrage Nora Schweikert, Sprecherin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt. Ein solcher Wasserstand kommt statistisch gesehen in fünf Jahren einmal vor. Bei 7,50 Metern ist von einem zweijährlichen, bei 8,20 Metern von einem zehnjährlichen Hochwasser die Rede. Bei 7,30 Metern liegt die Hochwassermarke II, aber der die Rheinschifffahrt eingestellt wird.

„Von einem Extremhochwasser am Pegel Speyer sprechen wir erst ab einer Abflussmenge von mehr als 5000 Kubikmetern pro Sekunde. Das wäre ein Pegelstand von 9,19 Metern“, sagt die SGD-Sprecherin. „Die Schutzanlagen sind so bemessen, dass diese auch einem länger anhaltenden Wasserstand auf diesem Niveau Stand halten. Insofern stellt der aktuelle Wasserstand zwar eine Belastung, jedoch keine schwere Prüfung der Anlagen dar.“

„Wir sind gewappnet“

Florian Benner, Tiefbau-Experte der Stadtverwaltung, teilt mit, dass „bis Montagabend an den Hochwasserschutzanlagen nichts Besorgniserregendes passiert ist“. Auch eine mögliche zweite Welle gegen Ende der Woche bereite ihm keine Sorgen. „Am Sonntag haben wir gesehen, dass wir gewappnet sind, sollte der Rhein auf mehr als acht Meter steigen“, sagt Benner. Die Schöpfwerke, Hochwasserschutzwände und Deiche sorgten für Sicherheit.

Stadtfeuerwehrinspekteur Peter Eymann erwartet keinen Einsatzfall. Dieser würde erst bei rund 8,20 Metern eintreten. Die Bandbreite der HVZ-Prognose für den Pegel Speyer für Freitag reicht zwar von circa 7,25 bis 8,40 Meter. Am wahrscheinlichsten gilt dabei jedoch ein Scheitelpunkt der möglich zweiten Welle von um die acht Meter. „Was ich erwarte, ist die Bildung von Druckwasser im Speyerer Süden. Äcker und Feldwege dürften davon zuerst betroffen sein“, sagt Eymann.

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