Speyer Hitze nicht unbedingt ein Vorteil
Eis geht immer in diesen Tagen. Auch in den Dörfern rund um Speyer ist die Nachfrage nach dem kalten Gaumenschmaus groß. Das hat eine Nachfrage in fünf Eiscafés ergeben. Aber auch, dass die Geschmäcker in Waldsee, Otterstadt, Harthausen, Berghausen und Lingenfeld grundlegend verschieden sind.
Das Eiscafé „It`s Time“ in Lingenfeld führt 13 Eissorten. Obwohl das Geschäft mit dem kalten Genuss besser läuft als im vergangenen ersten Jahr, bleibt es nach Angaben von Inhaber-Ehefrau Judyta Okuszko bis 14 Uhr ruhig in ihrem Eiscafé mit Frühstück- und Essensangebot. „Zitrone-Basilikum und Seepferdchen sind in diesem Jahr unsere Renner“, sagt Okuszko. Das Mangoeis mit „Knusperknaller“ sei besonders bei Kindern beliebt. „Blockschokoladeneis mögen auch Erwachsene gerne“, sagt sie zum klassischen Geschmack der Lingenfelder. Sorten wie Vanille, Schoko, Nuss oder Erdbeere gingen ebenfalls immer. Das Geschäft mit Schokoladeneis läuft auch bei „Eis Kohlmann“ in Harthausen in diesem Jahr am besten. Das überrasche sie bei den derzeitigen Temperaturen, sagt Inhaberin Cornelia Kohlmann. 38 Sorten bietet sie täglich an, alles selbst hergestellt – „seit 42 Jahren“, betont Kohlmann. In den 24 Jahren davor habe ihr Vater Eis für die Harthausener gemacht. Cornelia Kohlmanns Eis ist aus dem entstanden, was der Garten hergibt: Holunder und Rhabarber gehören derzeit dazu. „Unser Mozarteis wird auch immer gerne gegessen“, berichtet sie von der großen Nachfrage nach der Sorte mit Marzipan. Klassiker wie Nuss oder Stracciatella würden aber auch immer gekauft. Eigentlich müsste sich die Eisdielen-Inhaberin über die heißen Tage freuen, tut sie aber nicht. Die Hitze mache ihr auch geschäftlich zu schaffen, sagt Kohlmann: „Die Leute holen sich ihr Eis wohl im Schwimmbad.“ Die Hauptsaison in ihrem Eiscafé seien üblicherweise die Monate April und Mai. „Da ist Ansturm hoch drei“, beschreibt sie den Zulauf vorwiegend von Radfahrern. „Im Moment ist abends mehr los als tagsüber.“ Von März bis Juni ist Hochsaison im Eiscafé des Restaurants „Europa“ in Römerberg/Berghausen. Diese Erfahrung macht Inhaberin Eleonora Nici seit Jahren. „Aber ich bin in diesem Jahr auch mit dem Verkauf im Hochsommer sehr zufrieden“, betont sie. „Dafür ist das Frühjahr für uns völlig ins Wasser gefallen“, erinnert sie an Kälte und Nässe in den sonst für Eisverkäufer guten Monaten. 24 Sorten hält sie täglich bereit, alle vom Vater selbst hergestellt. „Granatapfeleis essen die Berghausener in diesem Jahr am liebsten“, berichtet sie. Gleich dahinter rangierten Mango- und Zimteis. Aprikose und Waldmeister – Renner in den Vorjahren – habe sie aus dem Programm genommen, berichtet Nici. „Joghurt-Limette zieht nach drei Jahren noch“, erklärt sie. Klassiker wie Karamell, Pistazie oder Nuss dürften in ihrem wechselnden Eissortiment auf keinen Fall fehlen, sagt Nici zur großen Lust der Römerberger auf traditionelle Sorten. „Spaghettieis ist bei uns immer noch der Renner“, erklärt Elena Rigoni, Mitinhaberin des Eiscafés „Dolomiti“ in Waldsee. Orange-Cola, Kinder-Schokoriegel- und Pralinen-Eis sowie die Sorten Vanille und Nuss würden in diesem Jahr sehr stark nachgefragt. „Die Leute kommen von weither zu uns“, sagt Rigoni voller Stolz. Die Sorten Lakritz, weiße Schokolade, Amaretto und Marzipan seien bei ihnen mangels Nachfrage nicht mehr im Angebot, zählt sie „Ladenhüter“ auf, die sich in Vorjahren großer Beliebtheit erfreut hätten. Das Geschäft laufe wie immer gut, zwischen 18.30 und 23 Uhr sogar „sehr, sehr gut“, berichtet die Mitinhaberin. Im Eiscafé „Amalie Zimt und Zucker“ in Otterstadt ist nach Angaben der stellvertretenden Geschäftsführerin Jacqueline Wolf „Mango und alles Fruchtige“ besonders beliebt. Zehn wechselnde Sorten würden vorgehalten, darunter Klassiker wie Vanille, Nuss und Apfel-Zimt. „Diese Sorten bieten wir seit Eröffnung vor vier Jahren an“, sagt Wolf. Bei Mädchen komme das rosa „Roseneis“ an, andere könnten mit dem speziellen Geschmack gar nichts anfangen, sagt sie zu der polarisierenden Eissorte in ihrem Laden. „Dass 2018 für uns das bisher beste Jahr ist, wird wohl am Wetter liegen“, sagt Wolf und lacht. Die Patisserie Sprengart in Dudenhofen war für diese RHEINPFALZ-Umfrage nicht erreichbar. Die Inhaber machen bis 2. August Urlaub.