Speyer „Hier trifft sich das Dorf“

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Der Angreifer ist immer im Vorteil. Ein guter Abwehrspieler weiß das. Daniel Roller ist einer. Schnelle Reaktion ist ihm angeboren und gerade beim Backen der Pfannkuchen zum warmen Königsgemüse beim Spargelfest in Dudenhofen kommt ihm die zugute. Die leichte Kost ist vor allem in den Frühabendstunden gefragt auf dem Waldfestplatz. Der füllt sich an allen drei Festtagen. Prädikat: Klein aber fein und längst nicht den Dudenhofenern allein.

Nicht nur waschechte „Sandhasen“ wollen den Pfannkuchen von Daniel Roller auf dem Teller haben. Besucher aus den umliegenden Gemeinden finden daran und an allen anderen Gerichten mit oder ohne Spargel ebenso Geschmack. Die Atmosphäre ist entspannt, familiär gar und langweilig wird’s angesichts des abwechslungsreichen Programms beim Spargelfest nicht. Kein Wunder, dass selbst junge Menschen wie Daniel Oetzel und Max Barlang immer noch hinter dem mittlerweile deutlich minimierten Spargelfest stehen. Vor zig Jahren noch wurde im gesamten Zentrum der Gemeinde gefeiert, dann auf dem Platz vor der Festhalle, jetzt eben „nur“ noch im Kleinen, auf dem Waldfestplatz. „Es ist nicht mehr wie früher“, stellt Barlang, der Handballer, fest: „Aber es ist trotzdem eine schöne Veranstaltung, die jeder kennt.“ In jedem Fall solle das Spargelfest aufrecht erhalten werden, betont er. Warum? „Hier trifft sich das komplette Dorf und man sieht Leute, die einem unterm Jahr nicht über den Weg laufen.“ Für Oetzel ist die Teilnahme zudem ein Teil Öffentlichkeitsarbeit, gerade nachdem der Verein in der Jugend mit dem TV Schifferstadt fusioniert habe. Tradition verpflichtet, sagt sich die Kolpingjugend. Ihre „Spahiti-Bar“ – ein Namensmix aus Spargel und Haiti – ist gut frequentiert. „Wir sind noch mit dabei, weil es unser Dorffest ist und damit der Abschluss der Spargelzeit gefeiert wird“, stellt Jan Holdermann fest. Gerne würde auch er das Brauchtum weiter aufrecht erhalten. Für Mitstreiter Marcus Mönig ist das Fest gleichzeitig eine willkommene Gelegenheit, „alte Kollegen“ aus dem Verein wieder zu treffen. Ein Blick in Küche und Ausschank der FV-Jungs. Fazit: Läuft. Roller wendet nach wie vor souverän seine Pfannkuchen, wahlweise mit oder ohne Schinken, Schorle und Bier fließen gläserweise. „Man muss den Leuten in den kleineren Gemeinden auch etwas bieten“, hebt Igor Keller hervor. Der Co-Trainer der Ersten Mannschaft packt da an, wo es gerade nottut. Wichtig sei das Spargelfest einfach deshalb, weil es auch in der jetzigen Form Anklang findet. „Den Leuten gefällt’s“, freut sich Keller. Seinen Jungs ebenfalls. Selbst vor dem Hintergrund, dass eine Hälfte des Teams zeitgleich in Mallorca abspannt und am Samstagabend dazu noch die EM-Qualifikation der deutschen Nationalelf gegen Gibraltar läuft. „Das“, merkt Keller an, „tut aber nicht so weh.“ (xsm)

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