Speyer Heiter bis nachdenklich: Werk des Dichters Ludwig Hartmann
Wie der Kaiserslauterer Paul Münch erheitert Hartmann auch seine heutigen Leser mit Gedichten in Pfälzer Mundart, stimmt sie aber auch nachdenklich. „Kinnersprich vum Ludewig“ lautet der Titel seines wohl bekanntesten Werks; es erschien 1920.
Bei der Reichsbahn beschäftigt
Der gebürtige Speyerer, Schüler des Humanistischen Gymnasiums seiner Geburtsstadt, war der Sohn eines Lehrers und nachmaligen Weinhändlers und dessen zweiter Frau. Ludwig Hartmann lernte Kaufmann, trat in den Dienst der Reichsbahn mit Stationen in Speyer, Bellheim, Ludwigshafen und München. Während des Ersten Weltkriegs war er Feldeisenbahner. 1923/24 musste er auf Anordnung der französischen Besatzungsbehörde außerhalb der Pfalz verbringen und lebte in Oberbayern. 1946 ging er als Bundesbahnoberinspektor in den Ruhestand und lebte bis zu seinem Tod in Ludwigshafen.
Das Interesse an Mundartdichtung des mit Johanna Wetz verheirateten Hartmann lösten die heimatkundlichen Betrachtungen des im Elternhaus verkehrenden Staatsarchivrats Ludwig Schandein und die Mundartdichter Karl Christian Nadler und Karl August Woll aus. 1914 erschien sein erstes Werk, der Gedichtband „Pälzer Schternschnuppe“, der bis 1926 sechs Auflagen erreichte. Seinem Erstlingswerk folgten bis 1958 sechs weitere Bücher, die auch kleinere Prosatexte enthielten. Das bekannteste Stück ist „De Unkel aus Amerika“. Einige der Bände enthielten auch kurze hochdeutsche Texte. 1925/1926 betreute er die zweibändige pfälzische Anthologie „Pälzer Ausles“.
„So was gibt’s aa bloß in Schbeier“
An seine Vaterstadt Speyer dachte Ludwig Hartmann auch während seiner Zeit in Ludwigshafen und Bayern. So schrieb er über den „Schbeiermer Brezelbu“ und erinnerte in „De Zah(n)wehschuschder“ an einen Schuhmacher, der in der Roßmarktstraße wohnte und auch Zähne zog. Weil er für diese Tätigkeit nur sieben Kreuzer verlangte, dichtete Hartmann über ihn „Na, sagt emol, war des jetzt deier? Ja, so was gibt’s aa bloß in Schbeier“.