Speyer Heim schlägt in Irvine auf

SPEYER. Am 25. September startet für den Speyerer Sebastian Heim (19) das Abenteuer College-Tennis an der University of California Irvine (UCI) an der Pazifikküste im südlichen Kalifornien zwischen Los Angeles und San Diego.
„Ich freu’ mich darauf. Das wird eine Riesenerfahrung für mich“, sagt Heim, der im Frühjahr sein Abitur am Speyerer Hans-Purrmann-Gymnasium mit der Note 1,6 bestand. Mit fünf Jahren begann er bei seinem Heimatclub Weiss-Rot Speyer mit dem Tennis, wechselte später über den TC Schifferstadt zum BASF TC Ludwigshafen, wo er sich unter dem damaligen Cheftrainer Roger Langknecht prächtig entwickelte. Bei den Unter-14-Jährigen belegte Heim einst Platz drei bei der deutschen Meisterschaft und holte den Titel im Doppel. In dieser Zeit vertrat er Deutschland zwei Jahre lang im Nationalteam und stand bundesweit unter den besten Fünf seines Jahrgangs. „Seit ich 16 bin, wusste ich eigentlich, dass ich nach dem Abi ins Ausland will. Auf die Idee mit dem College-Tennis haben mich Mannschaftskameraden gebracht“, berichtet der Domstädter. Mit den Herren des BASF TC stieg er diese Saison in die Zweite Bundesliga auf. Zwei seiner Kollegen spielen bereits in den USA und schwärmten von ihren positiven Erfahrungen. Über eine von den amerikanischen Trainern vielgenutzte Agentur ließ er ein Profil von sich anfordern und erhielt bald zahlreiche Angebote. „Im Oktober 2013 bekam ich den ersten Anruf von Trainer Trevor Kronemann. Er hat die Videos von mir angeschaut und gesagt, dass er mich im Team haben will. Wir haben noch zweimal telefoniert, und ich habe mich relativ schnell für Irvine entschieden.“ Zwar erreichten Heim Anfragen von 15 Universitäten, die ihm gerne ein Tennisstipendium ermöglicht hätten. Aber der Entschluss stand. Heim: „Weil man dort das Sportliche und das Akademische unter professionellen Bedingungen am besten verbinden kann, habe ich mich schnell entschieden. Auch die Lage des Campus am Strand in Südkalifornien spricht natürlich für Irvine.“ Im Team des renommierten Coaches Kronemann, der es in den 90er Jahren unter die besten 20 Doppelspieler der Weltrangliste schaffte, ist der Speyerer der einzige Neuling. Regional stellt die Mannschaft eine feste Größe im Südwesten der USA dar und steht regelmäßig in den Endausscheidungen um den nationalen Titel. Bevor im Januar die Mannschaftswettbewerbe beginnen, stehen an den Wochenenden Einzelturniere an. „Ich werde da sicherlich auch einige Turniere um Weltranglistenpunkte mitspielen“, kündigt der Linkshänder an. Auch unter der Woche ist das Programm straff. „Um 6 Uhr ist Aufstehen und eine Stunde Konditionstraining. Vormittags ist Uni und nachmittags drei Stunden Tennis. Abends ist dann wieder Lernen angesagt.“ Als Studienfach suchte sich der Teenager Business aus. „Das dauert vier Jahre. Mein Stipendium läuft zunächst für ein Jahr. Dann sehen wir, wie es weitergeht. Wenn mir das akademisch etwas bringt, dann ziehe ich das Studium dort durch. Ich könnte dann aber auch in Deutschland zu studieren beginnen“, teilt er mit. Über die Sommermonate stand viel Training auf dem Programm. Bei Weiss-Rot Speyer leitete Heim selbst den Nachwuchs an. Auf alle Fälle kehrt er in den Semesterferien im Sommer 2015 zurück, um in der Zweiten Bundesliga für Ludwigshafen aufzuschlagen.