Speyer „Hasen fehlen Hecken“

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Bobenheim-Roxheim. Ostern ohne Hasen? Unvorstellbar! Und den Mümmelmännern geht es offenbar richtig gut bei uns. Im Herbst 2015 lebten auf rheinland-pfälzischen Feldern und Wiesen laut Landesjagdverband im Schnitt 20 Hasen pro Quadratkilometer. Im Vergleich zu 2014 haben sich die Bestände damit nahezu verdoppelt. Vor allem in der Vorderpfalz sollen sich die Vierbeiner wohl fühlen. Nancy Machmer hat dazu mit Oskar Jung aus Bobenheim-Roxheim, Leiter des Hegerings Frankenthal, gesprochen.

Herr Jung, der Feldhase fühlt sich hier bei uns im Rhein-Pfalz-Kreis offenbar sehr wohl. Bedeutet das, dass die Kinder in diesem Jahr besonders viele Ostereier suchen dürfen?

Richtig. Ohne Hasen geht es ja nicht. Das Symbol für Ostern ist ja schließlich auch der Feldhase. Bald geht es für sie wieder auf die Felder im Umkreis zum Hasenzählen. Erzählen Sie doch mal. Einige Reviere wurden schon ausgezählt, nach Ostern geht es weiter. Dann fahren wir spät abends die Feldwege ab und leuchten immer ein Quadrat mit Scheinwerfern aus. Im Durchschnitt kommen auf den Quadratkilometer 20 Tiere. Diese Werte sammeln wir bis zum Sommer und melden sie an den Landesjagdverband. Werden die Hasen da nicht doppelt gezählt? Nein. Wir haben eine Fehlerquote von höchstens drei bis fünf Prozent. Das ist zu vernachlässigen. Es gab immer wieder Meldungen, der Hasenbestand gehe zurück. Nun soll sich die Anzahl nahezu verdoppelt haben. Was macht denn das Hasenleben bei uns plötzlich so lebenswert? Im vergangenen Jahr war die Witterung entscheidend. Der Winter war nicht so kalt. Es kommt aber auch ganz auf das jeweilige Revier an. Die Vegetation muss stimmen. Der Feldhase fühlt sich dort wohl, wo beispielsweise schöne Wildkräuter wachsen. Und was macht den Feldhasen neben der Kälte das Leben noch schwer? Neben den natürlichen Fressfeinden ist es vor allem die zunehmende Urbanisierung. Durch das Baugebiet Am Römig verlieren wir bei Eppstein beispielsweise 45 Hektar Land. Auch der Verkehr bringt vielen Hasen den Tod. Besonders schlimm ist es dort, wo zwei Straßen in kurzem Abstand parallel nebeneinander verlaufen. Die Veränderungen in der Landwirtschaft machen den Hasen auch zu schaffen. Es fehlen Gräser und Hecken zwischen den Feldern, die oft auch noch mit Folien abgedeckt werden. Dazu kommen unbeaufsichtigte Hunde, die die Feldhasen aufscheuchen. Der Osterhase scheint gefährlich zu leben. Muss ich mir in den nächsten Jahren Sorgen um die Ostereier machen? Steigern wird sich die Anzahl der Hasen nicht mehr. Aber wir werden versuchen, die Population zu halten. Das kommt aber vor allem auch auf die klimatischen Bedingungen an. Heutzutage ist es an Ostern ja manchmal kälter als an Weihnachten. Als ich noch ein Kind war, gab es das nicht. Beim Feldhasen ist es aber letztlich wie beim Menschen: Solange das Nahrungsangebot stimmt, geht es auch dem Feldhasen gut. Geben Sie mir einen Tipp: Wenn ich den Osterhasen morgen verpasse, wo stehen die Chancen gut, dass ich wenigstens einen Feldhasen sehen kann? Zunächst einmal müssen Sie warten bis es dunkel ist und dann mit einer Taschenlampe die Felder ableuchten. Bei den Feldern rund um Rheingönheim, Ruchheim und Studernheim können Sie dann schon drei bis vier Tiere entdecken. Am Tag verstecken sich die Hasen, wenn sie nicht gerade durch einen Hund aufgescheucht werden. (Foto: Bolte)

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