Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Harzproblematik: HSG Dudenhofen/Schifferstadt bangt um seine Zukunft

Das Aushängeschild: Die Männer der HSG Dudenhofen/Schifferstadt (schwarz) spielen Regionalliga. Dominik Thiemann vom TSV Speyer
Das Aushängeschild: Die Männer der HSG Dudenhofen/Schifferstadt (schwarz) spielen Regionalliga. Dominik Thiemann vom TSV Speyer scheitert.

Die HSG Dudenhofen/Schifferstadt würde das Thema Harzen gerne an oberster Stelle erörtern. Die schwierige Lage kostet nur Geld, Nerven und Trainingszeit.

Die HSG Dudenhofen/Schifferstadt bemüht sich laut Abteilungsleiterin Daniela Schmitt bislang vergebens um ein Gespräch mit der Kreisverwaltung zum Thema Harzen. Das Spielen mit dem Haftmittel für Bälle gilt ab der Regionalliga verpflichtend. Dudenhofen/Schifferstadt sei es an seinen beiden Standorten von der Behörde aber nur in der in ihrer Funktion derzeit beeinträchtigten Neuen Kreissporthalle in der Rettichmetropole bis Saisonende im April erlaubt, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung, nicht so in der Ganerbhalle im Spargeldorf, in dessen Gemeinderat das Thema nun im Anfragenteil aufschlug: „Wir brauchen eine dauerhafte Lösung, die uns eine langfristige Planung ermöglicht. Wir fühlen uns nicht gehört.“

„Wir schaffen es einfach nicht, mit der Kreisverwaltung einen Termin zu bekommen, um die Gegebenheiten zu besprechen Wir versuchen es schon lange. Ach Gott, 20 Mails habe ich bestimmt schon geschrieben“, so Schmitt. Sie bezieht den scheidenden Landrat Clemens Körner und seinen Nachfolger Volker Knörr mit ein: „Wir laufen ins Leere. Es ist eine absolute Katastrophe. Wir haben keine Lobby.“

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Landrat Körner warf den Ball zurück: „Für uns gibt es die HSG nicht, wenn überhaupt, die Vereine Dudenhofen und Schifferstadt.“ Er sprach von Kontakten zum TVD und einer Mutter. Das Thema sei alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Es gebe Krach mit dem Hausmeister, dem Schulsportbeauftragten.

Harzen sei nicht zugelassen, so der Landrat. Da gebe es in Rheinland-Pfalz fast keine kommunale Halle. Er habe es in Eigenverantwortung gegen alle Ratschläge nun in der Neuen Kreissporthalle erlaub: „Die Ganerbhalle steht nicht zur Disposition.“ Nach der Sanierung bestehe seitens der Firma keine Garantie bei Schädigung von Boden oder Markierung.

Kein gutes Bild

Der Spielort Schifferstadt gebe nicht zuletzt für die gegnerischen Mannschaften kein gutes Bild ab, da die Kabinen wegen eines Wasserschadens gesperrt seien, führte Schmitt aus. Die Teams ziehen sich in der Halle um und benutzen die Alte Kreissporthalle zum Duschen. „Das ist natürlich blöd“, räumte Körner ein. Der Schaden in Höhe von 250.000 Euro werde behoben, aber nicht vor 2026. Nun sei erst mal die Wilfried-Dietrich-Halle dran.

Zur von der Panther-Sprecherin angedeuteten Containerlösung für die Neue teilte die Kreisverwaltung Ludwigshafen mit: „Der Kreis hat zwei Container gekauft, die zuvor an der Justus-von-Liebig-Realschule plus in Maxdorf als Klassenräume genutzt wurden. Ein Eingangsbereich und Putzraum sind darin ebenfalls enthalten.“

Containerlösung kommt

Diese Container dienten nun den Schülerin des Paul-von-Denis-Schulzentrums Schifferstadt als beheizte Mädchen- beziehungsweise Jungenumkleiden, ausgestattet mit vorhandenen Möbeln, so die Verwaltung: „Die Vorbereitungen hierfür laufen bereits. Der Aufstellplatz muss mit der Gemeinde und Schule abgestimmt und vorbereitet werden.“ Außerdem müsse der technische Anschluss für die Containerversorgung sichergestellt werden. „Die Container kosten knapp 50.000 Euro inklusive Abbau, Transport und Aufbau an der neuen Stelle.“

Die Reinigung von den Harzrückständen übernehme die HSG unterdessen selbst, informierte die Abteilungsleiterin. Mittlerweile habe sie eine Reinigungsmaschine für 6500 Euro angeschafft, unterstützt durch einen Zuschuss des Sportbunds: „Den Löwenanteil hat der Stammverein TV Schifferstadt übernommen.“ Danach habe es auch keine Klagen von Seiten des Schulsports mehr gegeben. Auch Körner unterrichtete von der Verbesserung der Lage. Es gehe auch um das Putzen von Türen und Toiletten.

Teure Pfalzhalle

Dudenhofen/Schifferstadt wich zuletzt schon vermehrt in die Pfalzhalle Haßloch mit größeren Zuschauerkapazitäten aus. Das kommt der HSG teuer: Auf 250 Euro bezifferte die Funktionärin die Kosten für einen Spieltag, an dem die Panther dann versuchen, mehrere ihrer Teams auflaufen zu lassen. 180 Euro verschlingt die Hallenmiete. Mehrwertsteuer und die Reinigungsgebühr von 50 treiben den Preis nach oben, Schmidt: „Es ist finanziell eine so hohe Belastung.“

Zudem müsse der Verein das Equipment für den Thekendienst in ehrenamtlicher Arbeit von beiden Standorten hin- und hertransportieren. Auch die Ganerbhalle in Dudenhofen fasse mehr Fans. Aber hierfür fehle die Genehmigung für Harz, meinte die Abteilungsleiterin: „Unser Spielbetrieb hängt davon ab.“ Sie wies auf die geschlossene Wilfried-Dietrich-Halle und die Alte Kreissporthalle ohne Ränge für Besucher hin.

Fünf Regionalligisten

Fünf Mannschaften der Gemeinschaft unterliegen der Harzverpflichtung: die in die Regionalliga aufgestiegenen Männer, weibliche A- und C-Jugend sowie männliche B und C. Schmidt befürchtet schon, dass dem Klub die Aktiven weglaufen: „Unsere Jugend- und Aufbauarbeit für die Herren wäre dann an die Wand gefahren. Wir sind einer der größten Vereine in der Pfalz mit guter und erfolgreicher Jugendarbeit. Das kann uns den Strick um den Hals drehen.“

Seitens der Verwaltung liege keine Sturheit oder Willkür vor, betonte Körner: „Ich finde es einen Hammer, dass der Handballverband so etwas erlässt, und wir sind dann die Bösen. Wir sind aber aktiv dabei und versuchen, es zu regeln und zuzulassen.“ Bei zukünftigen Hallensanierungen komme das Thema Harzen auf den Tisch.

Die Panther versuchen nun, so viele Harzpflicht-Partien als möglich ins Großdorf zu verlegen. Auch Training mit Haftmittel sei unerlässlich und finde an drei Abenden statt. Aufgrund der Schließzeiten der Sportstätte gehe sogar Übungszeit für die Reinigung, die 45 bis 60 Minuten verschlinge, verloren. „Das geht jetzt seit eineinhalb Jahren so. Das macht mürbe“, fasste Schmitt zusammen.

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