SPEYER
Handball: TSV verliert Spitzenspiel
Getragen wurde der TSV Speyer bei der 30:31 (13:17)-Heimniederlage im Pfalzligaspitzenspiel gegen Friesenheim/Hochdorf vor allem im zweiten Durchgang vom eigenen Anhang. 360 Zuschauer sorgten für eine tolle Atmosphäre in der Osthalle.
Die mHSG hatte vier Spieler aus dem Drittliga-Kader mit dabei, wie Trainer Nik Dreyer angab. Das war auch vor allem zu Beginn der Partie sichtbar. Die mHSG begann mit einer stabilen Deckung. Lücken dort aufzureißen und Wege durch diese zu finden, fiel den TSV-Akteuren zunächst sehr schwer.
Größerer Vorsprung
Folglich ging Friesenheim/Hochdorf III in Führung und setzte sich nach dem 3:3, das der gute Kreisläufer Johannes Fischer erzielte, etwas deutlicher ab. Über 5:9 wurde der Vorsprung auf fünf Tore ausgebaut (6:11, 15.). Doch die mHSG hatte eine Schwäche, wie Dreyer auch erkannte.
„Wir haben über das gesamte Spiel hinweg zu viele Fehlwürfe gehabt und sind oft an Tim Doppler gescheitert“, sagte er: „Dann wird das Spiel auch eng. Speyer hat das mit der Halle im Hintergrund geschafft. Wir sind froh, dass wir es am Ende gewonnen haben.“ Zur Pause betrug der Rückstand des TSV noch vier Treffer.
Fasnachtliche Einlage
Während Tanzmariechen Mia (11) die Zuschauer unterhielt, tüftelte der TSV wohl an einer Strategie, mit der er Hochdorf überraschen konnte. Und die lag im Kampf. Auch weil das mit diesem Spiel überfordert scheinende Schiedsrichter-Duo kaum eine klare Linie in der Leitung erkennen ließ, beispielsweise früh den Speyerer Arik Weber mit Rot vom Feld schickte, aber ähnlich harte Aktionen dann wieder weniger streng sanktionierte, wuchs hier wie da der Unmut.
Hektik kam auf, die sich auch auf den Zeitnehmertisch übertrug und Murren auf der Zuschauertribüne provozierte. Das Spiel verkam zum Strafwurf- (8/7:8/6) und Zeitstrafenfestival (5:8). In dieser Gemengelage vergaßen die Gäste immer mehr, dass sie eigentlich die bessere Handballmannschaft waren und verloren ihre Linie.
Wieder ausgeglichen
Speyer nutzte dies, holte nach dem 15:19 (35.) auf. Als Jan Krick per Strafwurf auf 19:20 verkürzte (40.), erwachte die Halle komplett. Zwar verteidigte die mHSG den Vorsprung verbissen, doch der TSV glich nach dem 24:27 (51.) in der 55. Minute durch einen weiteren Treffer Kricks, diesmal von außen, zum 28:28 aus.
Das Spiel blieb bis zur Schlussminute ausgeglichen. Als Mihailo Ilic 59 Sekunden vor Ende das 30:31 warf, stellte sich die Frage, ob Speyer auf ein schnelles Tor spekuliert, um eventuell nochmals die Gelegenheit auf einen schnellen Ballgewinn und somit die beiden Punkte zu haben, oder ob die Zeit heruntergespielt wird, um den einen Punkt zu sichern.
Block hält
Beim TSV entschied man sich für Letzteres. Eine Auszeit, die 40 Sekunden vor Ende genommen wurde, belegte dies. „Wir haben das Überzahlspiel so noch nie trainiert, damit hätten wir die Mannschaft mehr verwirrt als dass es einen Vorteil gebracht hätte“, erklärte Co-Trainer Simon Gans den Verzicht auf den siebten Feldspieler in der Phase.
So lief die Zeit ab, ein Foul vier Sekunden vor dem Ende und in der Folge der vom Block abgefangene Freiwurf Fabian Markerts besiegelten die knappe Niederlage. Gans ärgerte sich: „Für unseren Kampf hätten wir einen Punkt verdient gehabt. Wir haben mit Kampf die Drittliga-Qualität der mHSG egalisiert.“