Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Torwarttrainer Schmitt wünscht sich was von Römerberg

Einst Fußballer, jetzt Handball-Trainer: Der Heiligensteiner Achim Schmitt ist durchaus vielseitig verwendbar.
Einst Fußballer, jetzt Handball-Trainer: Der Heiligensteiner Achim Schmitt ist durchaus vielseitig verwendbar.

Achim Schmitt war als Fußballer Torwart. Heute coacht er Handball-Nachwuchs zwischen den Pfosten – wenn er ein Tor für seine Keeper bekommt. Dem TuS Heiligenstein schwört er die Treue, richtet aber an die Gemeinde einen großen Wunsch.

Achim Schmitt (46) aus Heiligenstein trainiert in der Handball-Jugend des TuS Heiligenstein die Torhüter.

Ursprünglich ist Schmitt gar kein Handballer. Er spielte anfangs Fußball, ist nun aber seit 16 Jahren bei der Zweitvertretung der Heiligensteiner Handballer aktiv. Mal im Tor, aushilfsweise auch mal im Feld. Als Torwarttrainer betreut er einmal wöchentlich parallel die männliche D- und C-Jugend der Römerberger. Bei den Spielen fungiert er als Co-Trainer.

Nicht zu früh ins Tor

Im Spiel unterstützt er die Torhüter dabei, mental stabil zu bleiben. Dies vor allem dann, wenn ein Spiel nicht gut läuft. „Der Fokus liegt auf dem Torwart“, so Schmitt.

Den Verein unterstützt der selbstständige Getränkehändler auch bei weiteren Aufgaben. Vor allem ist es dem 46-Jährigen wichtig, dass das Training Spaß macht, abwechslungsreich ist und die Stärken der Spieler gefördert werden. Inhaltlich legt er Wert auf das Stellungsspiel, die Reaktionsschnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination. Dennoch sei entscheidend, dass die Kinder nicht zu früh auf die Position des Torwarts festgelegt würden. „Im Alter von zehn Jahren ist es sinnvoll, mit dem Torwarttraining zu starten. Das hängt aber vom Kind ab. Vorher sollen sie sich auf verschiedenen Positionen ausprobieren können“, erklärt er.

Der Treueschwur

Ausprobieren und Spaß haben, genau das ist aktuell nicht möglich. „Leider ruht das Training. Es gibt nur allgemeine Übungen für die ganze Mannschaft“, berichtet er. Im Jugendbereich fühlt er sich zu Hause. Die Fortschritte der Kinder zu sehen, das ist für ihn besonders reizvoll, wie Schmitt weiter erklärt. Weil Versäumtes im Alter nicht mehr aufgeholt werden könne, sei Torwarttraining im Jugendbereich enorm wichtig, meint der Coach.

Im Umgang mit den Schützlingen variiert Schmitt. Es gebe natürlich Kinder, die sensibler seien. Jeder Trainer sollte das beachten. Oft sei es auch tagesabhängig. Schmitt spricht aus Erfahrung. Er trainierte Jugendmannschaften als Übungsleiter schon beim Fußball und auch im Handball. Er versichert: „Der TuS ist meine erste Station als Torwarttrainer und wird auch meine letzte sein.“

Ohne Lizenz und ohne Angst

Eine Lizenz hat Schmitt nicht, aber er profitierte von Silke Leonhardt, der ehemaligen Bundesliga-Torhüterin. Von ihr konnte er sich viel abschauen. „Über Fachlektüre und das Internet hole ich mir meine Anregungen. Ich bin der Meinung, dass es sinnvoll ist, die Kinder zu beobachten, deren individuelle Stärken zu trainieren und die Schwächen zu beheben“, erklärt Schmitt seine Philosophie. Ein guter Torwart dürfe keine Angst haben und brauche ein gutes Spielverständnis, um eine Spielsituation zu erkennen.

Ein Anliegen beschäftigt Schmitt ganz besonders: „Eine weitere Sporthalle wäre in Römerberg dringend notwendig. Es ist derzeit manchmal nicht möglich, das Torwarttraining in einem Tor zu machen, da die Halle für den normalen Trainingsbetrieb benötigt wird und wir dann am Spielfeldrand trainieren müssen“, klagt er über suboptimale Bedingungen.

Die Serie

Früher war er dazu da, die Schüsse des Gegners zu parieren und den Kasten sauber zu halten. Heute kommen weitaus mehr Aufgaben auf einen Torwart zu und er beteiligt sich deutlich intensiver am Spielgeschehen. Nicht wenige sprechen in der Ära von Fußball-Welttorhüter Manuel Neuer vom neuen Libero. Umso wichtiger ist das spezifische Training für die Keeper. Die Verantwortlichen dafür stellen wir Ihnen in regelmäßigen Abständen in unserer sportartenübergreifenden Serie „Haltbar“ vor: die Torwarttrainer.
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