Waldsee
Handball: TG Gastgeber im Derby
Über die Bundesstraße 9, die die Landschaft teilt, führen zwei Brücken, die die beiden Ortschaften quasi direkt miteinander verbinden. Doch Wechsel zwischen den beiden Handballteams erfolgen schon lange nicht mehr. Beide Trainer melden: Es gibt keine Akteure mit einer Vergangenheit beim jeweils anderen Verein.
Spieler verwurzelt
„Ich glaube, die Spieler beider Mannschaften fühlen sich in ihrem Umfeld einfach wohl, sind aus den Jugendteams hochgewachsen und mit ihren Vereinen verwurzelt“, wagt HSG-Trainer David Oetzel einen Erklärungsversuch und sieht „auch gar keinen Grund“, warum inzwischen jemand von der HSG zum kommenden Gegner wechseln sollte, „nachdem wir tabellarisch nun auch besser dastehen als früher“.
Dass trotz des Topspiels der HSG-Damen einige Anhänger der Spielgemeinschaft diesmal den Weg über die Brücke nehmen, ist Oetzels Hoffnung, um etwas Unterstützung gegen die lautstarke TG-Anhängerschaft zu erfahren. Wer aus seiner Mannschaft alles den Kurztrip wagt, ist noch offen.
Viele Fragezeichen
Die Torhüter Erik Schopp und Felix Trapp waren im Wochenverlauf ebenso krank wie Finn Schutzius, Marco Beckmann sowie Konrad Worf, der aber laut Oetzel am Sonntag sicher nicht spielt. Bei den anderen ist er noch optimistisch.
Oetzel sieht die Rivalität vergangener Tage verflüchtigt, „da die hauptsächlich zwischen Schifferstadt und Waldsee bestand, wir aber nur noch zwei echte Schifferstadter Jungs im Aufgebot haben. Außerdem verstehen sich die Spieler beider Teams untereinander recht gut.“
Tempospiel durchsetzen
Waldsee sei sehr schwer berechenbar, auch wegen der flexiblen Abwehrformation. Erstmals in der laufenden Runde trifft seine Mannschaft wohl auf eine offensive 3-2-1-Deckung. „Ich weiß nicht, wie wir damit zurechtkommen“, sagt Oetzel, der die TGW zu Fehlern zwingen will, um dann die eigene Stärke, nämlich das Tempospiel, zu forcieren.
„Wir brauchen dazu eine gute Abwehr- und Torhüterleistung“, fordert der Coach. Auf der Gegenseite betont TGW-Trainer Benny Wingerter eben jene Stärke der HSG: „Das ist das Team mit der größten Dynamik der Liga. Dahingehend hatten wir noch keinen Gradmesser. Ich rechne mit vielen Toren und will das Tempo der HSG früh unterbrechen.“
Säulen fehlen
Bitter für die TGW: Mit Tayfun Tok, Jens Eckrich und Elias Nowak fallen gleich drei Säulen der Mannschaft aus, dazu auch Robin Zickgraf im Tor. „Wir werden den Kader mit Spielern aus der zweiten Mannschaft ergänzen. Die trainieren schon seit einigen Wochen bei uns mit. Daher können sie sich schnell einfügen.“
Wingerter gab sich überzeugt, eine schlagkräftige Truppe an den Start zu schicken, die „alles reinhauen wird, dynamisch auftritt und ihr Herz in der Abwehrarbeit“ präsentiert. „Wir haben immer eine Chance, wenn wir uns in ein Spiel reinkämpfen“, betont Wingerter zwar die Außenseiterrolle, aber auch die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen.
Oetzel relativiert
Einen Heimvorteil sieht er nicht, sehr wohl aber Druck beim Gegner: „Die sind selbsternannter Aufstiegsfavorit Nummer ein, haben aber schon drei Punkte Rückstand auf Platz eins“, so Wingerter. „Da wurde etwas falsch kommuniziert. Wir haben absolut keinen Druck, wollen innerhalb der nächsten zwei, drei Jahre aufsteigen“, wiegelt Oetzel ab.
„Die Mannschaft ist jung, wenngleich wir zwei Minuspunkte zu viel haben zum jetzigen Zeitpunkt“, sagt er.
Rheinpfalz-Tipp: 30:38
Die Ausfälle bei der TG Waldsee wiegen zu schwer. Daher setzt sich die HSG Dudenhofen/Schifferstadt am Ende recht deutlich durch, auch, weil sie besser durchwechseln kann und somit das Tempo oben hält.