Speyer
Handball: Reisegruppe zum EM-Endspiel
„Wir fahren zu den Finals nach Budapest“, platzt es aus Bethäuser heraus, als er den Besuch bei der gerade gestarteten EM in der Slowakei und in Ungarn ankündigt: „Mit 21 Leuten.“ Am Donnerstag, 27. Januar, fliegt der Tross von Frankfurt am Main in die ungarische Hauptstadt.
Freitags steigen die beiden Vorschlussrundenpartien, sonntags das Endspiel sowie die Duelle um die Ränge drei und fünf. Dazwischen am Samstag bricht der Tross zur vierstündigen Stadtrundfahrt im Bus auf: „Da sind nur wir drin.“ Montags geht’s wieder heim.
Brandneue Arena
Die Begegnungen steigen in der gerade neu errichteten Arena in Budapest. Bethäuser: „Das ist mit 20.077 Plätzen die größte Halle in Europa. Sie wurde im Dezember eingeweiht. In die Köln-Arena passen 700 Zuschauer weniger rein.“ Er schart wieder viele alte Bekannte und über Jahrzehnte erfahrene Schlachtenbummler um sich.
Aber wütet in Europa nicht das Virus? Bethäuser: „Ich wollte unbedingt mal nach Budapest. Ich war noch nie dort.“ Und was ist mit der voll besetzten Halle?
Die Hoffnung
Etwas mulmig ist dem Reiseleiter dann doch, wenn er sagt: „Meine Hoffnung ist, dass die Ungarn bis dahin rausgeflogen sind. Sie haben ja schon zum Auftakt überraschend gegen den großen Außenseiter Niederlande verloren. Wenn sie noch einmal verlieren, sind sie schon ausgeschieden. Ich glaube nicht, dass so viele aus anderen Ländern hinfahren.“ Doch diesen Gefallen taten ihm die Magyaren dann doch nicht.
Zutritt in die Halle gibt es laut Bethäuser nur nach den 2G-plus-Regeln mit Bändchen am Arm: „Wenn das kaputt geht, darf man auch nicht rein. In der Halle gilt Maskenpflicht.“ Und wer holt den Titel? „Ich bin überzeugt, dass Dänemark gewinnt“, meint der Fachmann. Franzosen oder Spanier überzeugten ihn zum Auftakt nicht.
Die Glücksschweinchen
Auch die kompletten sechs Nachfolgerepubliken des früheren Jugoslawien unter den 24 Mannschaften kassierten zu Beginn meist Niederlagen. Bethäuser: „Früher waren sie eine Mannschaft. Jetzt hat jeder zwei, drei Weltklasseleute. Bei den Kroaten kommen die Corona-bedingten Ausfälle von Domagoj Duvnjak und Luka Cindric dazu.“
Und auch wenn der Speyerer der deutschen Auswahl nach Überstehen der Vor- nicht viel mehr als die Hauptrunde zutraut, weiß er doch um die Rolle seiner Fans als Glücksschweinchen: „2004 in Ljubljana und 2016 in Krakau sind wir Europameister geworden.“
Bleibt die Frage nach dem Trainer-Symposium: „Vielleicht gibt es in diesem Jahr noch eines. Wir machen das immer, wenn keine Olympischen Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaft ist.“ Und letztere steigt ja bekanntlich im Dezember in Katar.