Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Römerbergerin Lea Stoffel zurück

Kehrt aus Dänemark zurück: Lea Stoffel.
Kehrt aus Dänemark zurück: Lea Stoffel.

Römerberg. Handballerin Lea Stoffel (18) aus Berghausen kehrt nach drei Jahren zurück nach Deutschland. Die Rückraummitte-Spielerin geht noch in Dänemark auf ein Internat und spielte bei den Skandinaviern hochklassig. Doch auch sie muss mit den Auswirkungen der Corona-Krise umgehen.

Anfang Mai beginnt die 15-tägige Examensphase für die Schülerin. Mit dem Abschluss und Bestehen der Klausuren bekommt sie das International Baccalaureate Diploma, einen weltweit anerkannten, internationalen Schulabschluss.

Für sie heißt das: mindestens zwei Prüfungen am Tag. „Natürlich bin ich ziemlich nervös. Ich bin aber überzeugt, dass ich das schaffe“, sagt sie.

Sportlich lief es für Stoffel bisher richtig gut. Bei den Unter-19-Jährigen spielte sie in der höchsten Liga. Hauptsächlich kam sie aber bei den Damen in der dritthöchsten Klasse Dänemarks zum Einsatz.

Körperlich Stärkere

„Dort habe ich gelernt, mich mit körperlich Stärkeren zu messen“, erklärt die 18-Jährige. Durch das Coronavirus wurde die Saison jedoch abgebrochen. „Das ist echt schade. Ich bin richtig traurig, da ich nicht mal meine letzten Spiele in Dänemark bestreiten kann“, berichtet sie.

Auch die Schulen wurden geschlossen. Unterricht gibt’s trotzdem: Über Laptops. Die Schüler bekommen Aufgaben online zugeschickt.

Die Zeit in Dänemark habe Stoffel weitergebracht, wie sie erzählt: „Ich habe gelernt, viel Verantwortung zu übernehmen, neue Freunde kennengelernt und spreche jetzt drei Sprachen fließend, deutsch, englisch und dänisch. Ich werde die Zeit hier sehr vermissen. Es hat mir richtig Spaß gemacht.“

Mehr Verantwortung

Unterschiede zu Deutschland sind zu erkennen: „Hier muss ich in der Schule viel mehr alleine machen und habe mehr Eigenverantwortung. Wenn man seine Aufgaben nicht erledigt und im Unterricht nicht aufpasst, hat man Pech gehabt“, sagt sie.

Ihre Zukunft ist noch nicht konkret geplant. Am 25. Mai soll sie nach Deutschland zurückkehren. Dann will Stoffel zunächst arbeiten und sich orientieren. Diese Phase soll ein Jahr dauern.

„Ich muss erst mal wieder in den Alltag finden. Ich habe seit drei Jahren nicht zuhause gelebt. Außerdem ist die dänische Mentalität eine ganz andere. Ich stelle mir das nicht so einfach vor. Aber ich mag Herausforderungen“, erklärt Stoffel und schwärmt: „Es ist einfach unglaublich toll hier. Ich würde das jedem empfehlen.“

Viele Gegenstöße

Dem Handball möchte sie selbstverständlich treu bleiben: „Ich möchte weiter auf diesem Niveau spielen, respektive auch höher. In meinem Jahr Pause habe ich viel Zeit für den Handball.“

Ein klares Ziel, unabhängig wo es sie hinzieht, formuliert sie schon jetzt: „Ich möchte der dänischen Spielweise treu bleiben und versuchen, diese im deutschen Handball einzubringen. Hier ist alles sehr schnell und dynamisch. Die Dänen spielen viel mit Gegenstößen.“

Wohin es die ehrgeizige Stoffel verschlägt, ist noch unklar: „Die Priorität gilt im Moment noch der Schule. Ich lasse aber auf mich zukommen, welche Optionen sich noch ergeben in nächster Zeit und freue mich auf die Möglichkeiten, die mich in Deutschland erwarten werden.“

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