Lingenfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Lingenfeld/Schwegenheims Frauen in der Pause

14 Monate her: HSG Lingenfeld/Schwegenheim (rot) spielt in der Pfalzliga bei SG Lambsheim/Frankenthal.
14 Monate her: HSG Lingenfeld/Schwegenheim (rot) spielt in der Pfalzliga bei SG Lambsheim/Frankenthal.

Corona hat den Spiel- und Trainingsplan der Damen-Pfalzliga-Spielgemeinschaft HSG Lingenfeld/Schwegenheim gewaltig durcheinandergewirbelt. „Wir durften keine einzige Partie bestreiten. Denn bereits vor unserem ersten Spiel gegen TSG Haßloch hat der Verband, durch politische Vorgaben gezwungen, die Runde zunächst ausgesetzt und letztlich komplett abgesagt“, teilte HSG-Trainer Dominic Pfanger mit.

Mit Bedauern, aber auch Verständnis habe er diese Entscheidung des Verbandes zur Kenntnis genommen. Denn Handball sei ein Kontaktsport und lebe vom Zweikampf. Pfanger: „Genau das ist das Schöne daran. Die Gefahr, sich anzustecken, wäre einfach zu groß gewesen. Also blieb letztlich keine andere Wahl als die Runde zu canceln.“

Es wäre für ihn außerdem absolut unverantwortlich gewesen, die Spielrunde der zwölf Mannschaften nach einer monatelangen Pause aufzunehmen und die Handballerinnen mit einer nur vierwöchigen Vorbereitungszeit in den Wettkampf zu schicken. Diese Auffassung werde vom gesamten Team geteilt.

Natürlich hätten die jungen Damen, die ihren Sport schon seit Jahren ausüben, gerne gespielt. Pfanger: „Letztlich aber sind sie alle erwachsene und vernünftige Personen, die genau wissen, was auf dem Spiel steht. Ob die Absage nun sportlich Vor- oder Nachteile für uns brachte, lässt sich ohne jeden ernsthaften Leistungstest nicht sachgerecht bewerten.“

Vorne mitgespielt

Klarer Titelfavorit sei die TSG Haßloch gewesen. Zu den eigenen Aussichten meinte der B-Lizenz-Inhaber: „Wenn alles normal gelaufen wäre, hätten wir sicher um die Plätze zwei, drei oder vier mitgespielt. Aber wer kann schon Verletzungen und berufliche Veränderungen vorher sehen?“

Bereits von 2009 bis 2014 spielte Pfanger als Aktiver für den Lingenfelder Verein. Seit 2018 wirkt er als Trainer bei der HSG, den er in der Pfalzliga übernahm. Der Spaß und die Lust, die Akteure weiterzubringen und auch um dem Sport verbunden zu bleiben, habe ihn damals dazu bewegt, das Amt zu übernehmen.

Ziel sei, die Mannschaft spielstark zu halten und weiterzuentwickeln. Auch Vorsitzender Sascha Pfliegensdörfer habe wesentlich zu seiner Zusage beigetragen. „Eine richtige Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe“, berichtet der 46-Jährige, der auch in der nächsten Spielrunde bei den HSG-Damen an der Bande steht.

Starke Entwicklung

Pfanger bewertet die Entwicklung als sehr gut: „Auch als Mannschaft sehe ich ein ausgezeichnetes Gefüge. Das Team meistert den Weggang oder die Ergänzung von neuen Spielern problemlos, öffnet sich für Neues und hat erkannt, dass es Sinn macht, nicht nur auf starren Methoden zu verharren.“

Die seit Oktober bestehende Spielpause sei eine kreative Zeit, in der alle noch bestehenden Trainingsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. „Es ist aber auch eine Zeit der Besinnung, die uns die Bedeutung der Gruppe bewusst macht, wenn die gemeinsamen Treffen nicht mehr möglich sind“, erkennt der Übungsleiter.

Er sieht sich nach eigener Einschätzung als Hallen- und weniger als Online-Trainer: „Ich lese sehr viel die Körpersprache der Spielerinnen, und das fehlt derzeit komplett.“ In Eigenverantwortung hätten sich die Mädels mit wöchentlichen digitalen Koordinations- und Kräftigungsübungen sowie mit Joggen fit gehalten.

Neuzugänge angekündigt

Bei dem hohen Inzidenzwert im Kreis Germersheim rechnet Pfanger derzeit noch nicht mit einem geordneten Training. Bei einem möglichen Rundenbeginn im September sehe er darin vor Juli auch noch keinen Sinn.

Positiv schaut der Coach nach vorne: „Ich denke, wir werden mit viel Motivation in die Vorbereitung gehen und in der Runde 2021/22 mit Neuzugängen im Tor und auf den Außenpositionen wieder unser Bestes geben.

Zur Person

Dominic Pfanger ist 46 Jahre alt, verheiratet, und lebt mit Frau sowie Sohn noch heute in seinem Heimatort Herxheim. Im Hauptberuf wirkt er als Geschäftsführer im eigenen elektrotechnischen Unternehmen. Mit sechs Jahren startete Pfanger seine Handballkarriere beim TV Herxheim.

Weitere Stationen als Aktiver hießen TV Wernersberg, TV Jahn Bellheim, TG Neureut, TSV Kuhardt, SG Walsheim-Essingen-Rhodt, TV Offenbach, TV Kirrweiler und HSV Lingenfeld.

Die Trainertätigkeit übte der B-Lizenz-Inhaber bei TV Herxheim, TV Wernersberg, HSG Landau, TV Kirrweiler, VTV Mundenheim, SV Bornheim aus und betreute zeitweise auch weibliche Nachwuchs-Auswahlmannschaften des pfälzischen und rheinland-pfälzischen Handball-Verbandes.

Als größten Erfolg nennt er etwas spaßig, dass er nach 34 Jahren Handballsport noch alleine aufstehen kann. Der Respekt allen gegenüber ist ihm besonders wichtig. Von seinen Spielern erwartet Pfanger die Bereitschaft, immer an die Grenzen zu gehen, offen zu sein für alles Neue und vor einem endgültigen Urteil immer erst zu testen.

„Dinge, die ich anpacke, versuche ich, perfekt zu erledigen. Ansonsten lasse ich es bleiben“, lautet seine Lebensphilosophie. Politik und Oldtimer nennt der begeisterte Handballfan als weitere Hobbys.

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