LINGENFELD
Handball: HSG seit 15 Monaten ohne Punktspiel
„Leider hatten wir wegen der immer noch andauernden Corona-Zwangspause bis heute keine Gelegenheit, diese deprimierende Niederlage irgendwie auszubügeln“, bedauert Kornberger, Spielführer der Mannschaft, Abteilungsleiter beim TV Schwegenheim und Trainer der männlichen A-Jugend, die handballlose Zeit.
Der in Speyer geborene, in Schwegenheim aufgewachsene und heute noch in seinem Heimatort wohnhafte 26 Jahre alte Wirtschaftsinformatik-Student absolvierte schon als vierjähriger Knirps bei den Minibambini des TV Schwegenheim sein erstes Handballspiel. Nur in der B-Jugend sei er eine Saison für TuS Heiligenstein aufgelaufen.
Dann kehrte er zu seinem Heimatverein zurück, erzählte Kornberger im RHEINPFALZ-Gespräch. Als Jugendlicher habe er am Stützpunkt-Training teilgenommen und im Aufgebot der Pfalzauswahl des Jahrgangs 1995 gestanden. Als sehr schönes Erlebnis sei ihm der Aufstieg der HSG in die Verbandsliga in Erinnerung.
Im Abstiegskampf
Vor der letzten Partie der abgebrochenen Runde stand die HSG nach 19 von 22 Spieltagen mit 9:29 Punkten auf Rang zehn, knapp vor einem Abstiegsrang: „Jeder Zähler wäre für uns deshalb so wichtig gewesen. Nach dieser zwar klaren, aber auch unglücklichen Niederlage waren wir alle zutiefst enttäuscht.“
Gegen Mundenheim habe die HSG vorher eigentlich immer gut ausgesehen und häufig auch gepunktet, teilte Kornberger mit. Schon vor dem Anpfiff habe die erstmals unter Corona-Bedingungen ausgetragene Partie aber unter keinem guten Stern gestanden. Mehrere Spieler hätten verletzungsbedingt abgesagt.
Zwei traten aus Besorgnis um eine Ansteckung mit dem Virus nicht an. „Statt, wie üblich, mit etwa 13 Akteuren, reisten wir nur zu acht mit nur einem Wechselspieler an“, erinnert sich der Rückraumspezialist. Trotzdem habe die aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft gut mitgehalten: „Alles, Sieg oder Unentschieden, waren trotz dieser Ausfälle möglich.“
Knüppeldick erwischt
Kornberger: „Doch dann traf es uns kurz vor der Pause mit der Roten Karte gegen unseren Torhüter knüppeldick. Ein Feldspieler ging zwischen die Pfosten, und wir hatten keine Wechselmöglichkeit mehr. Nach diesem Handicap hielten wir zwar bis in die zweite Hälfte hinein noch einigermaßen mit. Doch dann ließen unsere Kräfte zunehmend nach.“
Der Handballer berichtete von zunehmender Chancenlosigkeit. Trotz dieser klaren Niederlage fand der 26-Jährige lobende Worte: „Rückschauend ein großes Kompliment an die Mannschaft, die damals trotz der widrigen Umstände und des deutlichen Rückstandes bis zum Schlusspfiff Moral, Kampf- und Teamgeist bewiesen hat.“
Nach dem Abbruch habe sich die Mannschaft noch einmal getroffen, um zu beraten, wie es weitergehe, nachdem Patrick Troubal seinen Wechsel zu TuS Heiligenstein bekanntgegeben und anschließend auch noch Torhüter Felix Schilling sowie Felix Turich ihren Abschied ankündigten.
Schlüsselspieler gehen
Kornberger: „Drei Schlüsselspieler, wir standen deshalb vor der Frage, spielen wir weiter in der Verbandsliga oder gehen wir freiwillig in die A-Klasse runter? Wir entschieden uns für den Abstieg und einen Neuanfang, bei dem wir durchstarten wollten.“
In der Zwischenzeit meldeten sich drei bisher pausierende Spieler, Kevin Sauer, Torben Senn und Marco Degen, zurück, weckten Hoffnung. in der kommenden Runde ganz oben mitzuspielen. Diese Zuversicht werde durch die motivierte und hohe Trainingsbeteiligung gestärkt.
Nach langer Pause habe Übungsleiter Jens Collet dem Team zunächst einige Trainingseinheiten auf der Alla-Hopp-Anlage in Speyer ermöglicht. „Nun absolvieren wir unsere beiden wöchentlichen Trainingseinheiten wieder auf dem Beachplatz in Schwegenheim“, teilte Kornberger mit.
Danke, Nachwuchs!
Eine Lauf-Challenge mit zahlreicher Beteiligung, auch der weiblichen und männlichen A-Jugend, habe im Mai zwischen den Damen- und Herrenteams stattgefunden.
In seinem Rückblick vergisst der engagierte, an vielen Sportarten „querbeet“ interessierte aktive Handballer und Funktionär auch nicht die Nachwuchsspieler, die durch ihren Einsatz in Training sowie Punktspielen die erste Garnitur kräftig unterstützt hätten, nachdem einige Stammkräfte studienbedingt immer mal wieder ausgefallen seien.