DUDENHOFEN
Handball: HSG Dudenhofen/Schifferstadt reagiert auf Corona
„Ursprünglich hatten wir den Jungs einen Trainingsplan mit zwei wöchentlichen Laufeinheiten und einem von Fitnesscoach Walter Klein ausgearbeiteten Krafttraining zum Home-Training an die Hand gegeben“, berichtet Coach Oetzel: „Nach etwa drei Monaten stellte ich fest, dass die Motivation hierzu zunehmend schwindet.“
Und weiter: „Ich musste mir ein System überlegen, wie unter Corona-Bedingungen ein motivierendes Training wieder möglich wird. Ich kam dann auf die Idee einer Lauf-Challenge, um Bereitschaft und Spaß beim 17-köpfigen Team wieder zurückzugewinnen und zu erhöhen“, teilte Coach Oetzel im RHEINPFALZ-Gespräch mit.
Sein Plan: Die in drei Fünfergruppen eingeteilten Spieler sollen, innerhalb ihrer Gruppe, wegen der Corona-Vorgaben aber jeder für sich allein, beim Joggen auf selbst ausgewählten Strecken möglichst viele Kilometer zurückzulegen, um dabei nicht nur Ausdauer, sondern auch Antritt und Schnelligkeit zu üben.
Kontrolle stimmt
Mit seiner Challenge-App könne er jeden Schritt seiner Truppe überprüfen und so die gelaufene Strecke sowie die Geschwindigkeit im Auge behalten und überwachen, erzählt Oetzel. „Selbst wenn sie einmal stehen bleiben, kann ich das erkennen.“
In der ersten Drei-Wochen-Serie legten die Teilnehmer nach Mitteilung des Trainers insgesamt 1250 Kilometer zurück – mit wöchentlichen Zwischenergebnissen und der jeweiligen Ehrung der besten Laufgruppe. Dominik Selinger mit mehr als 150 Kilometern erwies sich als der fleißigste Läufer, David Kolb und Erik Schopp als die Schnellsten.
Der besondere Dank Oetzels gilt Daniel Rhein, dem früheren Co-Trainer und heutigem Sponsor, der mit der Aussicht auf ein hopfenartiges Kaltgetränk als Belohnung den Ehrgeiz zusätzlich anstachelt. Mit Wiederbeginn eines gemeinsamen geordneten Trainingsbetriebes dürften die Verlierer ein Kabinenfest organisieren, berichtet Oetzel lächelnd.
Nächste Runde
Nach einer Regenerationspause von einer Woche ging’s vor einer Woche in die zweite Drei-Wochen-Serie mit neu zusammengestellten Gruppen. „Ich bin überrascht, wie super motiviert die Jungs die Challenge angenommen haben. Auch von zeitweise schlechtem Wetter haben sie sich nicht abschrecken lassen“, berichtet der Coach.
Er ergänzt „Es bleibt spannend, welches Team am Ende die Nase vorne hat.“ Alle vermissten natürlich die gemeinsamen persönlichen Treffen. In aller Regel finde der Austausch virtuell über Skype statt, in der Hoffnung auf baldige Beendigung des Lockdowns und der Rückkehr zur Normalität.
Die Philosophie
Für die Spielrunde 2021/2022 bleibt Oetzel „auf jeden Fall“ Trainer des Teams (wir berichteten). Er schaue von Jahr zu Jahr, meinte der 26-Jährige, der für sich noch nicht endgültig entschieden habe, ob er nicht doch nochmals zur eigenen aktiven Laufbahn zurückkehre. Als Übungsleiter sieht er eine wichtige Aufgabe vor allem in der Spaßvermittlung.
„Spaß geht mit dem Erfolg einher, und Erfolg kommt aus der Einstellung“, lautet seine Philosophie. Der pfälzische Handballverband erklärte die laufende Saison nach zwei ausgetragenen Begegnungen und einer mehrmonatigen Spielpause nun ohne Auf- sowie Absteiger für endgültig beendet.
Zur Person
David Oetzel kam am 6. März 1994 in Germersheim zur Welt. Heute lebt der ledige, in Dudenhofen aufgewachsene Student für das Lehramt an der Universität in Landau mit seiner Freundin in Schwetzingen. Der Handballsport genießt in seinem bisherigen Leben Vorrang vor allen anderen Dingen.
„Im Alter von vier Jahren hat für mich beim TV Dudenhofen alles begonnen. Seitdem begeistert mich dieses Hobby, dem ich alles andere untergeordnet habe“, teilte Oetzel mit. Mit 14 wechselte er zu den Eulen nach Friesenheim und schloss sich, nachdem er dort weitere Jugendmannschaften durchlief, der TSG Haßloch an.
Schwere Schulterverletzungen warfen ihn zurück und zwangen ihn mit zahlreichen Reha-Phasen zu einer zweijährigen Pause. Es folgten Gastspiele bei Drittligist SV 64 Zweibrücken und Oberligist VTV Mundenheim. Seit 2019 pausiert Oetzel wegen erneut auftretender Schwierigkeiten.
Nach der A-Jugend der HSG, die er ab 2018 betreute, übernahm Oetzel im Januar 2020 als Cheftrainer die erste Herrenmannschaft. Inzwischen entdeckte der 26-Jährige auch seine Liebe für ausgiebige Wanderungen, vorzugsweise im Oberallgäu bei Oberstdorf.