LINGENFELD / Schwegenheim
Handball: Corona-Leiden in der Jugendabteilung der HSG Lingenfeld/Schwegenheim
Wie andere Sportarten auch, leidet der Handball unter der Corona-Pandemie. Die Jugendabteilung der HSG Lingenfeld-Schwegenheim kämpft mit Spielerschwund in den insgesamt acht Mannschaften. Zudem steht der Verein vor weiteren Herausforderungen, auch auf wirtschaftlicher Ebene.
„Den haben wir schon. Abmeldungen sind schon da“, erklärt Siggi Möhle, Jugendleiterin bei der HSG, geknickt auf die Frage, ob sie einen Spielerschwund befürchtet. Sie hofft, dass nicht noch mehr Kinder ihr Hobby aufgeben. Das große Problem für Möhle: „Wir können nicht sagen, wann es weitergeht.“ Dies sei die häufigste Frage, die ihr gestellt werde. Sie wäre froh, wenn es ab März wieder los ginge.
Motivation fällt schwer
Die Abmeldungen belaufen sich vor allem auf den jüngeren Bereich wie E- und D-Jugend. Natürlich versuche der Verein, mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Doch das sei schwierig. „Unsere Trainer schreiben die Kinder immer wieder an. Wir haben viel über Videokonferenzen gelöst und versucht, die Jugend zu motivieren“, so Möhle. In den Konferenzen standen dann Kraft- und Stabilisationsübungen auf dem Plan. Im ersten Lockdown schickte jeder Trainer Übungen in die WhatsApp-Gruppen der Mannschaft und verlangte, diese nachzumachen. Das habe die Aktiven motiviert. Nun gibt es ein Problem: „Im Winter ist das deutlich schwieriger. Wegen der kalten Temperaturen“, erklärt die Jugendleiterin.
Ob sie denn auch etwas Positives aus der Zeit mitnehmen könne? „Ehrlich gesagt nicht“, äußert sie sich deutlich. Möhle plädiert für Kleingruppentraining. Sie ist sich sicher: „Die Kinder sind dann wenigstens in der Halle und nicht vor dem PC. Und sei es nur eine Einheit mit drei oder vier Kindern.“ Doch Möhle bleibt skeptisch: „Es wird sehr schwer, sie wieder zu motivieren, wenn es weitergeht.“ Insgesamt fehle ihr der Handball nicht nur in der Wettkampfform. „Die Leute zu treffen oder die Atmosphäre im Sportheim. Das vermisse ich schon sehr“, sagt die Jugendleiterin, die selbst natürlich in Kontakt mit ihren Jugendtrainern stehe und nachfrage, ob der Kontakt zur Mannschaft noch bestünde. Sie resümiert: „Es ist eine schlechte, schwere Zeit.“
Finanzieller Einschnitt?
Zumindest vor dem Fernseher können die Handballer die Weltmeisterschaft der Herren in Ägypten verfolgen. Die Absagenflut einiger deutscher Spieler, insbesondere vom THW Kiel, versteht Möhle: „Amateure dürfen nicht spielen. Die WM findet statt. Ich verstehe die, die nicht hinfahren.“ Turniere werden traditionell auch bei der HSG gespielt. „Im Juni würde das traditionelle Beach-Turnier in Schwegenheim mit 70 Mannschaften stattfinden. Nach den Sommerferien dann das Gebrüder-Thomas-Gedächtnis-Turnier mit 20 bis 30 Teams, ebenfalls in Schwegenheim. Das werden wir beides so wohl nicht machen können“, erklärt Möhle. Das werde natürlich auch in finanzieller Hinsicht weh tun. Neben der Gesundheit ist der Verantwortlichen eines besonders wichtig: „Bloß nicht noch mehr Spielerinnen und Spieler verlieren.“