Speyer Haarschnitt und Lebensberatung

Dudenhofen/Römerberg. Julia Hepp lebt ihren Traum. Haare sind seit jeher die Leidenschaft der 26-jährigen Friseurmeisterin. Auf das, was sie beruflich erreicht hat, habe sie seit Kindheitstagen in Römerberger Friseursalons und mit Bürste und Kamm im Haarschopf ihrer Familie hingearbeitet, sagt sie.
„Jeder Friseur hat mich gekannt“, erzählt Julia Hepp von lauter Fragen, mit denen sie die Meister der Zunft schon als Fünfjährige gelöchert hat. „Dass ich Friseurin geworden bin, hat niemanden gewundert.“ Menschen mit Farbe und Haarschnitt verändern habe sie gewollt und deshalb die Schule nach dem Hauptschulabschluss so schnell wie möglich hinter sich gelassen, bekennt sie sich zum „kreativen Praktiker“. Ein Jahr Wirtschaft und Verwaltung in der Berufsfachschule habe sie der dreijährigen Ausbildung im Friseurhandwerk vorgeschaltet. Dann sei es endlich los gegangen in Lehrbetrieben in Speyer und Ludwigshafen. Vor ihrem ersten Haarschnitt habe sie gezittert, beschreibt die Römerbergerin ihre Aufregung bei der Premiere. Die Familie und Kunden, die sich als Modelle zur Verfügung gestellt hätten und der Chef im Hintergrund hätten sie beruhigt: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Seit diesem denkwürdigen Tag habe sie immer mehr Erfahrung gesammelt, mit 20 ihre Gesellenprüfung bestanden und „erst einmal nichts weiter gewollt als zu arbeiten“, sagt Julia Hepp. „Haare schneiden ist längst nicht alles“, zählt sie Lebensberatung und Psychologie als weitere Kompetenzen auf, die für den Friseurberuf ebenso unverzichtbar seien wie Selbstbewusstsein, Offenheit, Freundlichkeit und Spaß am Gestalten. „Der Schüchterne ist dafür nicht geeignet“, ist Julia Hepp überzeugt. „Von der Taufe bis zur Beerdigung wollen Menschen gut frisiert sein“, erklärt sie, warum das Friseurhandwerk niemals aussterbe. Bei ihrem Arbeitsplatz bei „La Papilotte“ in Dudenhofen legten Frauen und Männer aller Generationen vom Kleinkind bis zu Senioren ihr Haupthaar vertrauensvoll in ihre Hände. Vor eineinhalb Jahren hat Julia Hepp ihre Meisterprüfung an der Fachschule in Mannheim abgelegt. Abzüglich der Ferien habe sie dazu vier Monate benötigt und etwa 3500 Euro für Material und Gebühren investiert, sagt sie. „Mit finanzieller Unterstützung der Eltern und Bafög hat das funktioniert.“ Für Mannheim habe sie sich entschieden, weil die Schule am nächsten gelegen und den schnellsten Weg zum Meister geboten habe. „Jetzt ist aber Schluss mit Schule“, ist die Friseurmeisterin sicher. Ihr Traumziel Maskenbildnerin habe sie noch nicht ganz aufgegeben. „Aber diese Ausbildung gibt es nur in Großstädten.“ Für einen Umzug sei sie im Moment zu familien- und heimatbezogen, sagt Julia Hepp. Vielleicht will sie irgendwann einen eigenen Salon eröffnen, vielleicht später als Mutter nur halbtags oder zu Hause arbeiten, bestimmt aber immer frisieren. „Das ist einfach mein Traumberuf.“ (kya)